Frieling-Verlag Berlin

Verlag sucht Autoren

Wie bereite ich mich auf eine Lesung vor?



Lesungen sind ein immanenter Bestandteil des Autorenlebens. Nirgends sonst gibt es eine bessere Möglichkeit, mit seinen Lesern in Kontakt zu treten und sie persönlich von sich und seinem Werk zu überzeugen.


Veranstaltungsorte für Lesungen

Der Klassiker unter den Veranstaltungsorten ist natürlich die Buchhandlung. Besonders reizvoll ist es aber auch, wenn der Ort in gewisser Weise mit der Handlung des Romans zusammenhängt. Sei es, dass die Lesung in einer Weinhandlung stattfindet, wenn Ihr Protagonist ein Weingourmet ist, oder in alten Gemäuern, wenn es sich um einen historischen Roman handelt. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, außer natürlich, dass Sie sich vorher die Erlaubnis einholen müssen.

Und auch die Rahmenbedingungen sind wichtig: Für wie viele Zuhörer ist der Raum geeignet? Ist er bei vielen Gästen zu klein? Oder andersherum: Wirkt er bei wenigen Zuhörern viel zu groß und ungemütlich? Und ganz wichtig: Achten Sie auf mögliche störende Lärmquellen.


Eine Lesung bekannt machen

Um möglichst viele potentielle Besucher auf Ihre Lesung aufmerksam zu machen, sollten Sie ordentlich die Werbetrommel rühren. Eine kostenlose Werbemaßnahme mit großer Reichweite ist beispielsweise die Erstellung einer Facebook-Veranstaltung. Da können Sie dann auch gleich sehen, wie viel Interesse Ihre Lesung hervorruft. Des Weiteren können Sie Flyer und Plakate drucken und diese beispielsweise in Buchhandlungen oder Büchereien verteilen. Fragen Sie auch bei der örtlichen Zeitung an, ob eine Pressemitteilung im Lokalteil möglich ist. 

Aber auch während der Lesung ist es wichtig, Informationsmaterial wie Postkarten, Flyer oder Lesezeichen dabeizuhaben. So haben die Leser, selbst wenn sie sich das Buch nicht direkt kaufen, etwas zum Mitnehmen, das sie an die Lesung und Ihr Buch erinnert. 


Auswahl der passenden Textstellen

Der Erfolg der Lesung hängt in großem Maße von der richtigen Auswahl der vorzulesenden Textstellen ab. Sie sollten zum einen die Handlung und Protagonisten vorstellen und zum anderen neugierig auf das Buch machen. Schließlich möchten Sie ja, dass Ihr Buch interessierte, neue Leser findet. 

Bei einem Roman ist es daher vorteilhaft, zuerst den Beginn vorzulesen. So kommt der Leser leicht in die Geschichte hinein und lernt die Protagonisten kennen. Danach können Sie noch zwei, drei Textstellen vorlesen, die unterhaltsam sind und die Atmosphäre des Buches wiedergeben, dabei aber nicht zu viel verraten. Schließlich möchte der Leser noch etwas zu entdecken haben, wenn er das Buch (hoffentlich) anschließend selber liest.

Überschätzen Sie bei all dem die Aufnahmefähigkeit des Publikums nicht! Zu lange Passagen können schnell ermüden. Planen Sie daher immer so, dass es für den Zuhörer unterhaltsam und spannend bleibt.


Lesen üben

Ganz wichtig: Üben Sie das Vorlesen! Bearbeiten Sie vorher Ihren Text, markieren Sie die Stellen, die Sie besonders hervorheben wollen oder die Sie langsam vorlesen sollten. Lesen Sie anschließend die ausgesuchten Abschnitte am besten vor einem kleinen Testpublikum aus Familie oder Freunden laut vor. Nur so können Sie zudem herausfinden, wie viel Zeit Sie für einen Abschnitt benötigen.


Rahmenprogramm für die Lesung planen

Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Lesung rund um das Vorlesen und zwischen den einzelnen Passagen etwas auflockern können. Erzählen Sie etwas über Ihre Person, streuen Sie Anekdoten ein, berichten Sie über das Schreiben, die Entstehung des Romans oder Ihr Autorendasein. Und vor allem, geben Sie den Zuhörern Gelegenheit, Fragen zu stellen, denn das ist die beste Möglichkeit, sich persönlich mit ihren potentiellen Lesern auszutauschen.


Den Ablauf der Lesung im Vorfeld festlegen

Seien Sie früh genug da, damit Sie ganz in Ruhe noch mal nachsehen können, ob alles Ihren Vorstellungen entspricht. Ist das Licht gut, funktioniert die Technik, ist alles an seinem Platz und haben Sie etwas zu trinken? Stellen Sie zu Beginn sich und Ihr Buch kurz und knackig vor. Danach kann der Leseteil beginnen. Denken Sie daran, die Lesung immer wieder mit „Rahmenprogramm“ aufzulockern. Achten Sie auch immer auf das Publikum. Wenn Sie das Gefühl haben, es stimmt irgendetwas nicht, dann fragen Sie ruhig nach.

Zu guter Letzt vergessen Sie auch nicht, auf die Möglichkeit hinzuweisen, das Buch direkt vor Ort zu erwerben. Dies lässt sich besonders gut mit einer abschließenden, kurzen Signierstunde kombinieren. So können Sie sich noch einmal mit Ihren Lesern austauschen und diese bekommen mit einer persönlichen Widmung eine schöne Erinnerung an Ihre Lesung.