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Karneval weltweit



Jedes Jahr wird aufs Neue Karneval gefeiert. Dieser wird nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt auf unterschiedlichste Arten und Weisen zelebriert. Die fünfte Jahreszeit, wie die Karnevalszeit von vielen genannt wird, ist eine alte Tradition, die sich im Laufe der Geschichte auf der ganzen Welt verteilt und etabliert hat.

Der Karneval, auch Fasching genannt, kommt aus dem Brauchtum der katholischen Kirche. Die Herkunft des Wortes ist nicht ganz eindeutig. Das Wort Karneval stammt wahrscheinlich von dem italienischen Wort carnevale ab, welches „das Fleisch wegnehmen“ bedeutet. 
Die Fastenzeit, die bis Ostern andauert, beginnt jedes Jahr am Aschermittwoch. In der vierzigtägigen Fastenzeit durften früher weder Fleisch, Schmalz, Butter, noch Käse oder Milch verzehrt werden. Daher wurde am Tag der Fastnacht, dem Fastnachtsdienstag, noch einmal ordentlich zugelangt und gefeiert. Die Leute veranstalteten ein großes Fest mit vielen tierischen Produkten, lauter Musik und ausgelassenem Tanz. Der Beginn der Fastnacht verlagerte sich vielerorts im Laufe der Zeit auf den 11. November, dem sogenannten Narrentag. Man begann Festspiele und lustige Wettkämpfe auszutragen. Umzüge und Theater wurden immer beliebter und ab dem 15. Jahrhundert waren Masken ein Muss. Durch die Kolonialzeit, Kriege und Flucht wurde diese Tradition natürlich auch in andere Länder gebracht und wird noch heute rund um den Globus auf unterschiedlichste Weise gefeiert.


Rio de Janeiro, Brasilien

Der Karneval in Rio de Janeiro ist der wohl bekannteste, bunteste, größte und lauteste der Welt. Dieser beginnt jedes Jahr am Freitag vor Aschermittwoch. Die teilnehmenden Sambaschulen bereiten sich schon Monate im Voraus auf die Paraden und Shows vor. Denn was Wenige wissen, ist, dass es beim Karneval in Rio nicht nur darum geht möglichst viel nackte Haut zu zeigen und die Hüften zu schwingen. Die auftretenden Sambatänzer*innen und -schulen werden nämlich von einer Jury bewertet und am Ende wird das Gewinnerteam gekürt. Währenddessen tanzt das Volk ausgelassen mit und schaut sich die farbenfroh gekleideten Tänzer*innen an. 


Venedig, Italien

In Venedig wird der wohl romantischste und märchenhafteste Karneval der Welt gefeiert. Anders als in Rio oder der Karibik tragen die Menschen in Italien aufwändige sowie prunkvolle Kleider und Kostüme sowie die typischen venezianischen Masken. Der Carnevale di Venezia, wie er seit dem 13. Jahrhundert stattfindet, ist auch für seine Ähnlichkeit zu rauschenden Bällen bekannt. Artist*innen und Musiker*innen auf riesigen Bühnen runden mit ihren Darbietungen den romantischen und stilvollen Karneval ab. 
Eröffnet wird der venezianische Karneval zehn Tage vor dem Aschermittwoch mit dem sogenannten Engelsflug. Dabei schwebt die Königin des Karnevals mit Engelsflügeln vom Glockenturm des Doms auf den Markusplatz. 


Aalborg, Dänemark

Wenn in Deutschland, Rio oder Venedig bereits/schon lange die Straßen vom Konfetti befreit sind, legt die dänische Bevölkerung erst richtig los. Der wohl größte Karneval Nordeuropas findet aufgrund der länger anhaltenden kühlen Temperaturen in Dänemark erst in der letzten Maiwoche in der Stadt Aalborg statt. Dann sind die Temperaturen angenehm warm, um möglichst viel Haut bei den Karnevalsparaden zu zeigen und den Frühling huldigen zu können.

 

In Dänemark wird jedoch auch traditionell Karneval gefeiert. Am Sonntag sieben Wochen vor Ostersonntag wird das Fest „Fastelavn“ gefeiert. Früher verkleideten sich die Kinder und schlugen eine schwarze Katze aus einem Holzfass. Das „Katzen-aus-dem-Holzfass-schlagen“ oder auch „Katzenschlagen“ stammt von dem Aberglauben, dass schwarze Katzen Unglück verheißen und man so das Unglück vertreiben konnte. Heutzutage werden die Holzfässer nicht mehr mit einer Katze, sondern mit Süßigkeiten befüllt und es wird lediglich eine Katze aufgemalt. Wer als erster den Boden des Fasses zerschlägt, wird zum sogenannten Katzenkönig, dem „kattekonge“, ernannt. Traditionell werden an diesem Tag „fastelavnsboller“, also Karnevalsbrötchen, gegessen.


Trinidad und Tobago, Karibik

Der zweitgrößte Karneval der Welt findet im Inselstaat Trinidad und Tobago statt. Beliebte Kostüme sind hier schon seit Jahrzehnten Esel, Gauner und der Teufel. Dieser Brauch stammt noch aus der Kolonialzeit. Er kam im 18. Jahrhundert mit den französischen Siedlern in die Karibik. Mit diesen Kostümen hat die damalige Bevölkerung die Herrschenden verspottet. Heutzutage schmücken sich die Leute mit viel Glitzer, bunten Federn und Perlen. 
Die Bewohner und Bands, auch genannt Mas Kamps, bereiten sich ähnlich wie die brasilianischen Sambatänzer*innen schon Monate vorher auf die Karnevalstage vor. Jede Band hat an den Karnevalstagen 30 Minuten Zeit, ihre eingeübten Stücke vorzuführen und werden anschließend von einer Jury bewertet. Neben den Shows wird ausgelassen getanzt, Rum getrunken und vor allem das Leben gefeiert.

New Orleans, USA

Auch in den USA wird Karneval gefeiert. Ein Beispiel hierfür ist der „Mardi Gras“, der fette Dienstag, der in New Orleans gefeiert wird. Dieser findet, wie der Name es schon vermuten lässt, am Faschingsdienstag statt. Diese Tradition ist Ende des 17. Jahrhunderts von französischen Siedlern nach New Orleans gebracht worden. Der „French Quarter“ von New Orleans wird dabei zu einer Partymeile und in den traditionellen Farben Grün, Violett und Gold geschmückt, die für Gerechtigkeit, Treue und Macht stehen sollen. Sie wurden von der ältesten Karnevalstruppe New Orleans, der „Krewe Rex“, ins Leben gerufen und an die Juwelen in den Kronen der Könige erinnern, die das Jesuskind besuchten.

Die wohl bekannteste Parade ist hier die auf der Bourbon Street. Während der Parade gibt es sogenannte „signature throws“. Dabei werden neben Süßem traditionsgemäß Perlenketten von den Paradewagen geworfen. Diese Tradition entstand Ende des 19. Jahrhunderts als der Karnevalsprinz Schmuckketten an das Volk verteilte.
Gegessen wird der sogenannte „Kings Cake“. Wer dabei eine Mandel im Kuchen findet, ist der König des Tages.