Achtsamkeit
Es ist an der Zeit, dass wir Achtsamkeit lernen
Achtsamkeit ist der Zustand der Geistesgegenwart, in dem ein Mensch den gegenwärtigen Zustand seiner unmittelbaren Umgebung, seines Körpers und seines Gemüts wach wahrnimmt, ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu werden, ohne über diese Wahrnehmungen nachzudenken oder sie zu bewerten. Achtsamkeit ist also eine Form der Aufmerksamkeit.
Es geht darum, die eigenen Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und die Umgebung aufmerksam wahrzunehmen, ohne sie zu analysieren. Achtsamkeit fördert eine Haltung der Offenheit und Akzeptanz gegenüber dem, was gerade geschieht. Ein Beispiel für Achtsamkeit ist, sich auf den Genuss einer Tasse Tee oder eines leckeren Essens zu konzentrieren, den Geschmack, den Duft oder das Aroma zu genießen, anstatt mit den Gedanken ganz woanders zu sein.
Warum Achtsamkeit wichtig ist
Achtsamkeit dient der Stressreduktion, indem wir lernen, im gegenwärtigen Moment zu leben. Dies kann zu einer geringeren Reaktion auf stressige Situationen führen. Achtsamkeit fördert emotionales Wohlbefinden. Wenn wir unsere Emotionen besser wahrnehmen und regulieren, können wir besser mit schwierigen Gefühlen umgehen. Da Achtsamkeit unsere Konzentration verbessert und uns hilft, Ablenkungen zu minimieren, kann sie unsere Produktivität steigern. Achtsamkeit spielt aber auch auf zwischenmenschlicher Ebene eine wichtige Rolle. Wenn wir achtsam und aktiv zuhören und uns auf unser Gegenüber konzentrieren, anstatt an unsere eigenen Probleme zu denken, können wir empathischer reagieren und dadurch bessere Beziehungen aufbauen. Achtsamkeit hat auch gesundheitliche Vorteile, denn sie hilft, Stress abzubauen, indem man seine Gedanken und Gefühle beobachtet, ohne sofort darauf zu reagieren oder sie zu bewerten. Selbst Blutdruck und Schmerzempfinden können durch Achtsamkeit gesenkt, der Schlaf verbessert und das Immunsystem gestärkt werden. Da Achtsamkeit auch ein besseres Verständnis für uns selbst, unsere Gedanken und unser Verhalten fördert, kann sie uns helfen, persönliche Ziele klarer zu definieren und Veränderungen herbeizuführen, also auch unser Selbstbewusstsein zu stärken. Nicht zuletzt kann Achtsamkeit sogar lebensrettend sein.
Denken wir nur an den Straßenverkehr. Wer als Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer gedankenlos unterwegs ist, ohne auf andere Fußgänger, Autos oder Fahrräder zu achten, riskiert unter Umständen einen Unfall und sogar sein Leben. Wer achtsam durchs Leben geht, dem passiert das eher nicht. Insgesamt trägt Achtsamkeit dazu bei, ein erfüllteres und bewussteres Leben zu führen.
Wie übt man Achtsamkeit?
Die Praxis der Achtsamkeit kann verschiedene Formen annehmen, wie z.B. Meditation, Atemübungen oder die einfache Beobachtung der eigenen Gedanken und Empfindungen im Alltag. Im Buddhismus spielt Achtsamkeit als meditative Grundpraxis, die den Menschen mit seinem Körper, seinen Gefühlen und seinem Geist betrachtet, eine wichtige Rolle. Im Buddhismus wird Achtsamkeit zusammen mit konzentrativer Meditation praktiziert, so dass beide als Grundlage für das Erkennen dienen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für sich selbst und die eigenen Reaktionen auf verschiedene Situationen zu entwickeln. Durch Achtsamkeit können wir lernen, uns von automatischen Reaktionen zu distanzieren und bewusster zu handeln. Achtsamkeit kann auf verschiedene Arten geübt werden. Hier sind einige Methoden, um Achtsamkeit im Alltag zu üben.
Atemmeditation: Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort, schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Achten Sie darauf, wie die Luft ein- und ausströmt. Wenn Ihre Gedanken abschweifen, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Atem.
Körper-Scan: Legen Sie sich bequem hin und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nacheinander auf verschiedene Körperteile, beginnend bei den Zehen bis hin zum Kopf. Achten Sie darauf, wie sich die einzelnen Körperteile anfühlen, ohne sie zu bewerten.
Aktives Zuhören: Wenn jemand mit Ihnen spricht, schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit. Hören Sie aktiv zu, ohne sofort zu urteilen oder zu antworten.
Achtsam essen: Nehmen Sie sich Zeit und konzentrieren Sie sich auf den Geschmack, die Textur und das Aroma von Speisen und Getränken. Essen Sie langsam und genießen Sie jeden Bissen.
Naturbeobachtung: Wenn Sie draußen in der Natur sind, achten Sie bewusst auf die Geräusche, Gerüche und visuellen Eindrücke, die Sie umgeben. Beobachten Sie, ohne zu urteilen oder zu bewerten.
Bewusst bewegen: Mit Yoga oder Tai-Chi kann man lernen, sich bewusst auf jede Bewegung und die Atmung zu konzentrieren.
Tägliche Achtsamkeitsmomente: Sie können Achtsamkeitsübungen in Ihren Alltag integrieren, z.B. beim Zähneputzen, Duschen oder Spazierengehen.
Dankbarkeitspraxis: Nehmen Sie sich täglich Zeit, um über Dinge nachzudenken, für die Sie dankbar sind. Das fördert eine positive Einstellung und die Achtsamkeit für das Gute im Leben.
Digital Detox: Legen Sie regelmäßig bildschirmfreie Zeiten fest, um sich nicht von digitalen Geräten ablenken zu lassen und stattdessen bewusst im Hier und Jetzt zu leben.
Es ist wichtig, regelmäßig Achtsamkeit zu üben und geduldig mit sich selbst zu sein. Achtsamkeit ist eine Fähigkeit, die sich mit der Zeit entwickelt. Sie ist wie ein Muskel, den man trainieren und stärken kann.
