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Eine Dystopie schreiben – Schreibtipps

 


 

Willkommen im Schreibklub der pessimistischen Zukunftsdenker!

Stellen Sie sich vor, das Coronavirus wäre ein Vorwand, um die freiheitliche Gesellschaft in eine Gesundheitsdiktatur umzuwandeln. Und damit es noch schlimmer wird, stellen Sie sich vor, in dem Impfstoff, den es irgendwann geben soll, sind fruchtbarkeitsdämmende Wirkstoffe enthalten, mit dem Ziel, die Erdbevölkerung künftig zu reduzieren, womöglich auch zwecks Selektion zwischen „lebenswert“ und „nicht lebenswert“ zu differenzieren. Düstere Szenarien dieser Art gehören zur literarischen Gattung der Dystopie, wenn diese als fiktive Geschichten konzipiert werden. Gerade in gesellschaftlich und politisch unruhigen Zeiten sind sie der Kassenschlager. Alle Dystopien haben gemeinsam, dass sie in Zukunft ein düsteres Weltbild mit Krieg und Unterdrückung vermitteln. Sei es eine Erde ohne Sauerstoff, eine Gesellschaft ohne Gerechtigkeit oder eine Welt, die von einer künstlichen Intelligenz regiert wird. Es ist der berüchtigte Tag X, der für viele Philosophen, Lyriker und Politiker Grund genug war, die bestehende Literatursammlung um zahlreiche dystopische Werke zu erweitern.

Duster, düsterer, Dystopie 

Grundsätzlich sind dem Autor bei dem Schreiben einer Dystopie keine Grenzen gesetzt. Ob die Welt von morgen wegen des Klimawandels am Rande ihrer Existenz steht oder die Menschheit die Erde endgültig verlassen muss, bleibt dem individuellen Gestaltungsspielraum des kreativen Schöpfers überlassen. Wichtig ist nur, dass sich die jeweilige Dystopie durch tyrannische, kriegerische und freiheitslose Elemente charakterisiert. Die Dystopie bildet das traditionelle Gegenstück zur Utopie, die ein fröhliches, positives und gesellschaftlich erfolgreiches Weltbild für die Zukunft aufzeigt. 

Die dystopische Zukunft – erste Vorüberlegungen

Sollten Sie sich dafür entschieden haben, Ihre eigene Dystopie zu Papier zu bringen, wäre der erste Schritt, sich konkrete Gedanken über die Entwicklung aktueller gesellschaftlicher Strukturen zu machen. Welche Akteure und Entscheidungsträger könnten dafür verantwortlich sein, dass in Zukunft eine Dystopie entsteht? Was wäre, wenn die Gesellschaft von heute sozialer, gerechter und weltoffener wäre? Würde das theoretisch einen Dritten Weltkrieg abwenden oder gibt es keinen Ausweg, um eine Welt ohne Hoffnung zu verhindern?

Schreiben Sie Ihre persönlichen Gedanken auf und gestalten Sie ein Mindmap, das gegenwärtige und zukünftige Zusammenhänge sichtbar macht. Im zweiten Schritt entscheiden Sie sich für ein bestimmtes dystopisches Gesellschaftsbild, von dem Sie überzeugt sind, dass es sich in Zukunft verwirklichen könnte. Aktuell werden viele Dystopien im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Klimawandel geschrieben, der in der Zukunft nicht aufgehalten werden konnte und sich mit heutigen Vorboten, wie Dürre und weltweiter Wasserknappheit, ankündigt. In der Vergangenheit wurden dystopische Ansätze und Theorien entworfen, die sich beispielsweise mit der hypothetischen Frage auseinandersetzten, was geschehen wäre, wenn Hitler und die Nationalsozialisten den Zweiten Weltkrieg gewonnen oder Wissenschaftler niemals Atombomben entwickelt hätten.

Der Held als kritische Stimme der Vernunft 

Keine Dystopie kann ohne einen Helden im Handlungsgeschehen „überleben“ und den Leser zum Nachdenken anregen. Sei es die loyale und mutige Katniss aus „Die Tribute von Panem“, die sich gegen das totalitäre Regime stellt, oder das Militär in „Krieg der Welten“, das die Erde vor einer außerirdischen Bedrohung beschützt. Überlegen Sie sich gut, wer oder was der Held in Ihrer Dystopie sein wird. Welche Charakterzüge und welches Aussehen könnte er haben? Ist der Held Ihrer Geschichte ein Mann oder eine Frau – oder vielleicht doch eine multikulturelle Gruppe von Widerstandskämpfern? 

Der Held nimmt in einer Dystopie eine unersetzliche Rolle ein. Er ist zum einen die kritische Stimme der Vernunft, welche die gegebenen gesellschaftlichen Zustände hinterfragt und gegen diese rebellieren will. Zum anderen muss der Held eine gewisse Empathie ausstrahlen, um das Interesse des Lesers an der Geschichte dauerhaft aufrechtzuerhalten und gegebenenfalls moralische Grundsätze mit ihm teilen zu können. Nachdem Sie den Helden charakterlich ausgearbeitet haben, können Sie nun weitere Figuren Ihrer Dystopie, die um den Hauptprotagonisten agieren, erfinden. Es liegt in Ihrem Ermessen, wie viele zusätzliche Figuren in Ihrer Dystopie mitspielen und ob sie sich der bösen oder guten Fraktion zuordnen lassen. Zusätzlich sollten Sie Ideen für wichtige Schauplätze Ihres dystopischen Romans sammeln. Bewegt sich die Geschichte Ihrer Dystopie auf der Erde oder zwischen den Welten? Spielt der Haupthandlungsort in einer kleinen Stadt oder gibt es keine Zivilisation mehr, sondern nur noch eine endlose Wildnis?

Dystopie und ein Funken Hoffnung 

Wer möchte schon einen dystopischen Roman lesen, der mit dem Weltuntergang endet? Wahrscheinlich kaum jemand. Trotz des düsteren Weltbildes endet die Mehrheit der dystopischen Romane mit der Auflösung der tyrannischen und kriegerischen Zustände. Der gesellschaftliche Neuanfang kann, muss aber nicht Ihren dystopischen Roman abschließen. Die Dystopie ist und bleibt ein negatives Genre, das eigentlich mit keinem klassischen Happy End veranschaulicht werden kann. Dystopische Strukturen gehen immer mit großem Leid und dem Tod einher, welcher noch viele Jahre nach der Beendigung tyrannischer Staats- und Gesellschaftsstrukturen zu spüren ist. 

Was bleibt, ist dann ein Appell, der die Leserschaft zum Umdenken ermutigen soll, um die Verwirklichung einer Dystopie zu verhindern. Worauf warten Sie also noch? Fangen Sie an zu schreiben und verlieren Sie nicht die Hoffnung, mit Ihrem dystopischen Roman etwas in der Welt zu verändern!

Bekannte dystopische Buchtitel

  • „1984“ von George Orwell
  • „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury
  • „Wir“ von Jewgenij Samjatin
  • „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells
  • „Die Maschine steht still“ von E. M. Forster
  • „Vox“ von Christina Dalcher

Dystopische Literatur aus unserem Haus

  • „War es Absicht oder doch nur Zufall?“ von Hans-Martin Breninek


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