Frieling-Verlag Berlin

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Einen Roman schreiben 

Tipp 1: Der rote Faden

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sollten Sie sich über einige grundlegende Dinge Gedanken machen. Das erste hierbei ist der sogenannte Plot. In ein bis zwei Sätzen sollten Sie sich überlegen, was, auf das Wesentliche reduziert, die Geschichte ihres Romans sein soll. Dieser Plot wird der „rote Faden“ Ihres Romans sein, das heißt, dass von Anfang an auf diesen Handlungsstrang hingearbeitet werden sollte. Teil dieses Plots ist auch die im Mittelpunkt stehende Person. Es empfiehlt sich, die wesentlichen Handlungselemente nicht nur vage im Kopf zu formulieren, sondern auch auf einem Blatt Papier niederzuschreiben. So steht Ihnen auch in späteren Phasen des Schreibens ihr roter Faden immer wieder vor Augen. Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:

„Ein hochrangiger Kommissar beginnt, ein Doppelleben zu führen und alle Verbrecher und Kriminellen, die für ihre Taten aufgrund einer zu schwachen Beweislage nie zur Rechenschaft gezogen werden konnten, umzubringen, nachdem seine Geliebte ermordet und der Täter nie gefasst wurde.“


Tipp 2: Der Rahmen

Nachdem Sie nun den roten Faden festgelegt haben, geht es um das Schaffen der Rahmenbedingungen. Auch hierbei ist es sehr sinnvoll, sich Stichworte zu überlegen und gegebenenfalls die endgültigen Entscheidungen in einem kurzen Fließtext niederzuschreiben. An welchem Ort soll die Handlung stattfinden? Es kann sehr große Unterschiede machen, ob Ihr Roman in Brooklyn, New York oder in Buxtehude, Niedersachsen spielt. Zu welcher Zeit soll die Geschichte spielen? Die Geschichte könnte im 17. Jahrhundert, im Jahr 2135 oder im Hier und Jetzt stattfinden. Aus welcher Perspektive soll die Geschichte erzählt werden? Sie können aus der Ich- oder der Er/Sie-Perspektive schreiben oder auch die Form des allwissenden Erzählers wählen. Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen:


„Die Geschichte spielt in Kapstadt, Südafrika im Jahr 2016. Auch wenn sich verschiedene Stadtteile langsam zu durchmischen scheinen, sind die Nachwirkungen und Strukturen der Apartheid nach wie vor zu spüren. Während in der Innenstadt der Tourismus boomt, sind die Randbezirke oftmals von Kriminalität durchzogen. Der weiße Südafrikaner Herb Bleston ist Polizeikommissar und sein stetiger Aufstieg in die Führungsposition seines zuständigen Polizeireviers schreitet immer weiter voran. Auch privat läuft sein Leben, dank der Liebschaft mit einer starken und interessanten Frau, in letzter Zeit großartig. Als Herb und seine schwarze Geliebte Aminata beginnen, sich gemeinsam in der Öffentlichkeit zu zeigen, stoßen sie in dem nach wie vor auch von Rassismus geprägten und sozial gespaltenen Land nicht nur auf Zustimmung. Als Aminata eines Abends auf dem Nachhauseweg umgebracht wird und es keinerlei Spuren und Hinweise auf die Mörder gibt, beginnt Herb ein Doppelleben. Getrieben von Hass, Verzweiflung und Rachsucht bahnt er sich außerhalb seines Dienstes einen Weg durch die organisierte Kriminalität Kapstadts, um die Mörder seiner Geliebten zu finden, und schreckt dabei nicht vor Selbstjustiz zurück.“

Tipp 3: Die Recherchen

Details sind für die Vorstellungskraft wie eine Lampe in der Dämmerung. Auch ohne diese kann man zwar gewisse Dinge erkennen, allerdings nie das komplette Bild genießen. Um solche Details beschreiben zu können und so eine Geschichte lebendig und realistisch zu machen, ist es unentbehrlich, gewisse Nachforschungen anzustellen. Was die Rahmenbedingungen angeht, ist es natürlich gerade für Anfänger von Vorteil, eine Szenerie zu wählen, in der Sie sich bereits auskennen. Generell ist es empfehlenswert, Stichworte zu vermerken und sich, beispielsweise nach Spaziergängen in der gewählten Szenerie, Notizen zu machen, um die Handlungsorte möglichst realistisch beschreiben zu können. Sollten Sie eine eine Szenerie gewählt haben, die Ihnen aus Ihrem Lebensumfeld heraus nicht sonderlich vertraut ist, sollten Sie sich anderweitig Hintergrundinformationen aneignen. Dies kann durch Bildbände, Sachbücher, andere Romane, Filme, Dokumentationen, Reiseberichte, Reisen etc. geschehen. Damit sich die Leser, um bei unserem Beispiel zu bleiben, am Ende so fühlen, als würden sie in der Innenstadt Kapstadts stehen, muss der Autor diese detailliert beschreiben, ihre Stimmung einfangen, Geräusche und das alltägliche Treiben wiedergeben und Eindrücke skizzieren.

Tipp 4: Die Charaktere

Die Charaktere sind meist das Herzstück eines Romans. Besonders die Titelfigur muss sich durch eine gewisse Zugänglichkeit auszeichnen. Wie sie diese erzeugen, hängt auch davon ab, welchen Erzählstil Sie für Ihren Roman gewählt haben. Als allwissender Erzähler ist es möglich, über die Vergangenheit des Protagonisten zu berichten, seine Gefühlswelt zu erschließen und seine Gedanken zu umreißen. Auch ein Ich-Erzähler kann mit den Gedanken des Protagonisten arbeiten und diese so beschreiben, als wären sie in seinem eigenen Kopf. Wichtig ist in jedem Fall, dem Charakter eine Geschichte und ein Gesicht zu geben. Auch hierbei sind die Details wieder das Entscheidende, wobei sie hierbei den Vorteil haben, keine Realität abbilden zu müssen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Wichtig ist lediglich, dass die Charakterbildung nicht zu kurz und nicht zu lang ausfällt und nicht jeder Wesenszug und jede Einzelheit über Ihren Protagonisten gleich offengelegt wird. Es kann sehr viel Spannung erzeugen, gegebenenfalls auch gewisse elementare Details und Charakterzüge lange im Dunkeln zu lassen.

Machen Sie sich ebenfalls Gedanken über die Nebencharaktere. Zu wenige Nebenfiguren können womöglich Langeweile erzeugen, zu viele Namen und Personen Verwirrung stiften. Gerade die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtigen Personen sollten dem Leser im Gedächtnis bleiben. Kurze, markante Eckdaten und Charakterzüge können hierbei helfen. Auch hier sind Notizen sehr empfehlenswert. Erstellen Sie bei komplexeren Handlungssträngen eventuell eine Mindmap, um Verbindungen und Verknüpfungspunkte zwischen den Personen festzuhalten, und vermerken Sie sich Stichpunkte zu den wichtigen Eigenschaften und Handlungsfunktionen der einzelnen Charaktere. 


Tipp 5: Schreiben – Charaktere aufbauen und Spannung erzeugen

Jetzt geht es endlich los! Dank Ihres planvollen Vorgehens wissen Sie nun bereits, worauf Sie hinauswollen, und haben Ihre Hauptfigur bereits im Kopf. Sie haben das Ende im Hinterkopf, Sie sehen die Szenerie vor Ihrem inneren Auge und können die verschiedenen Gerüche auf der Straße wahrnehmen. So soll es sein, und jetzt können Sie endlich in die Tasten hauen! Beachten Sie allerdings, dass Ihre Leserschaft noch nicht so weit ist wie Sie. Auch wenn es Sie in den Fingern juckt, gleich die spannenden Verfolgungsjagden und Höhepunkte der Geschichte niederzuschreiben, müssen Sie daran denken, Schritt für Schritt vorzugehen. Erst muss den Charakteren sowie der gesamten Romanwelt Detail für Detail Leben eingehaucht werden. Auch wenn in Ihnen die Spannung gleich zu explodieren droht, so ist es wichtig, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern zunächst eine Atmosphäre zu erzeugen und Ihre Leser langsam anzulocken, um sie dann zu fesseln und nach Ihrer Geschichte süchtig zu machen. Denken Sie dabei immer an den typischen Spannungsbogen, der sich zwar in kleinen Abwandlungen variieren lässt, im Großen und Ganzen aber stets eine gute Richtlinie für den Aufbau eines Romans darstellt.

Sollten Sie einmal in einer Sackgasse stecken, empfiehlt es sich übrigens, Ihr Manuskript einfach einige Tage lang unberührt zu lassen. Wenn Sie es anschließend wieder zur Hand nehmen, werden Sie mit anderen Augen darauf blicken und neue Gestaltungsmöglichkeiten entdecken.

Und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß dabei, Ihre eigene Geschichte lebendig werden zu lassen. Wir freuen uns bereits auf Ihr Manuskript!

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