Frieling-Verlag Berlin

Verlag sucht Autoren

ZYPERN - Sitten, Gebräuche und Landestypisches 



Hochzeit in Zypern

 

Drei Tage vor der Hochzeit geht die Mutter der Braut, oder eine andere Frau aus dem Dorf, von Haus zu Haus und bietet eine Kerze und ein mit Sesam bedecktes Gebäck an. Dazu bietet sie oft auch einen Schluck Wein aus Kürbis an. Begleitet wird sie von Musikern mit zyprischen Musikinstrumenten. Dies gilt als Hochzeitseinladung, bedruckte Einladungskarten gibt es nicht.
Die Vorbereitung des Hochzeitsmahles erfolgt, wie vieles andere auch, in Begleitung von Gesängen. Fast jeder aus dem Dorf trägt etwas zum Mahl bei.
Auch das letzte Rasieren des Bräutigams als Lediger erfolgt unter Gesängen. Gleichzeitig wird die Braut von ihren Freundinnen eingekleidet. Der Gang in die Kirche in Begleitung des Popen erfolgt dann ebenfalls mit Musik und Gesang. 

Nach der Kirchenzeremonie kehrt man zurück in das Haus, wo das Bankett vorbereitet wurde. Dann beginnt die Feier mit Speis, Trank, Gesang und Musik, die bis in den frühen Morgen andauert. Die Neuvermählten essen weiße Trauben, die eine lange Ehe und ein langes Leben versprechen sollen und die Dorfsänger singen Liebeslieder. Dieses Festmahl findet in der Regel an drei Abenden hintereinander statt.

Ein weiterer Brauch ist es, das Brautpaar auf ein Podest zu heben. Die Hochzeitsgesellschaft läuft dann um die beiden herum und legt Geldscheine auf dem Boden ab.


Feste und Feierlichkeiten in Zypern

Am 25. März feiert man in Zypern den „Tag der griechischen Unabhängigkeit“. Er erinnert an den Beginn des Befreiungskampfes gegen die Türken im Jahr 1821. Genauso bedeutend ist der 1. April, der als zypriotischer Nationalfeiertag dem Gedenken an den Beginn des Freiheitskampfes 1955 gegen die Briten dient. Dieser Tag gilt gleichzeitig als Gedenktag der Widerstandskämpfer, weshalb an diesem Tag niemand etwas Rotes tragen darf, weil dies als die Farbe der Türkei gilt. Am 1. Oktober wird außerdem der Unabhängigkeitstag gefeiert, da die Zyprioten ihre Freiheit sehr schätzen.
Die Zyprioten feiern außerdem den 19. Januar, den Namenstag des ersten Präsidenten Erzbischof Makarios III, sowie dessen Todestag am 3. August. Am 24. Januar findet im Kloster Neófytos ein fröhliches Volksfest zu Ehren des Heiligen statt. Auch nennenswert ist das Blumenfest, welches in Larnaka, Limassol und Paphos gefeiert wird. Prächtig geschmückte Wagen sind der Mittelpunkt dieses Festes, welches auf antike Wurzeln zurückgehen soll.


Skurriles

Zyperns Hauptstadt Nikosia ist seit dem Mauerfall in Berlin die einzige geteilte Hauptstadt der Welt. Im April 2003 öffnete man die bis dahin jahrzehntelang geschlossene Grenze zwischen dem Norden und dem Süden Zyperns. Touristen können die Grenze seitdem ohne große Formalitäten überqueren.

Vor der Höhlenkirche Agía Solomoní in der Hafenstadt Paphos steht eine etwa 300 Jahre alte Terpentinpistazie, die auch Wunschbaum genannt wird. An ihren Zweigen hängen bunte Stoffstreifen und geknotete Taschentücher. Dies sind Opfergaben an die Heilige Solomoní und sollen, wen sie sich zersetzt haben, Wünsche und Gebete in Erfüllung gehen lassen.

Auf Zypern soll dem Mythos zufolge Aphrodite, die Göttin der Schönheit und Liebe, in der Gegend um Pathos nackt einer Muschel entstiegen sein.