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UNGARN - Sitten, Gebräuche und Landestypisches



Hochzeit in Ungarn

Ungarn hat zahlreiche Hochzeitstraditionen.

So trägt die zukünftige Braut keinen Verlobungsring, sondern beide Partner tragen den zukünftigen Ehering an der linken Hand und wechseln diesen nach der Hochzeit dann auf die rechte Hand.
So geht das Brautpaar beispielsweise gemeinsam mit dem Hochzeitslader oder auch Hochzeitsbitter genannt, der als Erkennungszeichen einen Stab mit bunt geschmückten Bändern trägt, von Haus zu Haus und lädt die Gäste persönlich zur Hochzeit ein. Der Hochzeitsbitter trägt dabei als Erkennungszeichen einen Stab mit bunt geschmückten Bändern oder eine Flasche Wein, die von den eingeladenen Gästen immer wieder aufgefüllt werden muss. 
Die Hochzeitseinladung geschieht in Reimform und der Hochzeitslader informiert die zukünftigen Gäste direkt schon einmal über das geplante Hochzeitsmenü.
Vor dem Standesamt oder der Kirche ist es üblich, dass dem Brautpaar ein Hefezopf überreicht wird, den sie dann zerreißen müssen. Wer von dem Zopf das größere Stück erhalt, hat angeblich die Hosen in der Ehe an.


Eine auch heute noch ausgeübte Tradition in Ungarn ist der Kleiderwechsel der Frau. Um Mitternacht trennt sie sich von ihrem meist weißen Brautkleid und zieht sich ein rotes Kleid (je nach Region kann es auch blau sein) an. Früher waren dies Kleider in der regionalen Tracht. Das Umziehen soll deutlich machen, dass die Braut nun zu den verheirateten Frauen zählt. Während sie sich umzieht, muss sich der Bräutigam etwas überlegen, um seine Frau wieder „zurück“ zu gewinnen – der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. 


Eine weitere Tradition während der Hochzeitsfeier ist das Brautschuh-Stehlen. Dabei versuchen die Gäste der Braut einen Schuh zu stehlen. Gelingt dies, muss der Bräutigam diesen wieder zurückholen – dies geschieht, indem er Champagner aus dem gestohlenen Schuh trinkt. 


Tod in Ungarn

Auf einem Friedhof in Budapest kann man eine Wasserfontänenbestattung vornehmen lassen. Bei dieser Form der Bestattung füllt man die Asche in eine spezielle silberne Urne, die man dann in der Mitte eines Brunnens platziert. Wird der Brunnen dann eingeschaltet, wird die Asche in den Wasserkreislauf eingebracht und so wieder in den Kreislauf der Natur eingegliedert. Diese Zeremonie untermalt man mit passender Musik.


Feste und Feierlichkeiten in Ungarn

Jedes Jahr findet in der ungarischen Stadt Mohács an der Donau zwischen dem 31. Januar und dem 5. Februar der heidnische Karneval statt. Beim Buschó-Umzug tragen die Ungarn zottelige Pelze und wild und bunt bemalte Masken aus Weidenholz. Dazu wird mit Kuhglocken und Klappern aus Holz viel Lärm gemacht und durch die Stadt gezogen. Zu Beginn des Festes findet ein Kinderfaschingsfest mit Verkleidungen, einem Kostümwettbewerb und der Prämierung der schönsten Kleider und Masken statt. Außerdem wird eine Ausstellung mit den schönsten Holzmasken eröffnet. In den folgenden Tagen treten dann viele Volkstanzgruppen zu Volksmusik auf, von denen einige aus Erwachsenen und andere aus Kindern bestehen. 
Am Abend des 4. Februars überquert man dann mit mehreren Booten mit Fackeln und typisch ungarischer Musik feierlich die Donau. Das gesamte Fest dient dem Erschrecken des Winters, der am letzten Tag der Feierlichkeiten in einem Sarg zu Wasser gelassen und verabschiedet wird. Auf dem Hauptplatz lodert ein Scheiterhaufen, der nun gleichzeitig durch das Licht und die Wärme den Frühling herbeirufen soll.


Skurriles

Das ungarische Parlament beschloss 2012, dass jeder, der die „Heilige Krone“ und Staatssymbole wie die Hymne, Flagge oder das Wappen beleidigt, ein Jahr lang ins Gefängnis gehen muss.