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SPANIEN - Sitten, Gebräuche und Landestypisches




Geburt in Spanien

Wie in Italien werden auch in Spanien die Babys rot angezogen. Das soll auch hier den bösen Blick von den Kindern abwenden. In Castrillo de Murcia springen als Teufel verkleidete Männer über eine Matratze, auf der neugeborene Babys liegen. Dies soll die Kinder vor Unheil und Krankheit beschützen.


Hochzeit in Spanien

In Spanien bekommt der angehende Bräutigam vom Schwiegervater eine wertvolle Uhr und von der Braut ein selbst besticktes Hemd für die Hochzeit. Früher trug die Braut oft Seide oder Spitze in schwarz, mittlerweile eher in weiß. Im Süden Spaniens werden bevorzugt Flamencokleider getragen. Ein Schleier aus Spitze wird mit kleinen Kämmen im Haar der Braut festgemacht. Während der Zeremonie überreicht der Bräutigam der Braut einen Beutel mit 13 Goldmünzen, die vorher von einem Priester geweiht wurden und Jesus und seine Jünger symbolisieren. Bei der Feier verteilt der Bräutigam Ansteckblumen an alle unverheirateten Frauen. Die Tradition besagt, dass die, bei denen die Blumen im Laufe des Abends abfallen, als nächstes heiraten.


Tod in Spanien

Wenn in Spanien jemand stirbt, ist es selbstverständlich, dass alle Angehörigen, Freunde und Hinterbliebene sich auf den Weg in die Leichenhalle begeben. Dabei gleicht die besagte Halle aber viel mehr einem Konferenzraum als einer Bestattungseinrichtung. 
Während in Deutschland in der Regel zu einer Beerdigung gegangen wird, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen, dient es in Spanien eher dazu, den Hinterbliebenen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. 


Feste und Feierlichkeiten in Spanien

Am 17. Januar ehrt man in Spanien den Heiligen Antonius, den Schutzpatron der Tiere. In vielen Orten in Spanien wird dies sehr ausgiebig gefeiert. In dieser Zeit ziehen Pfarrer über das Land und segnen die Haustiere, um sie vor Unglück und Krankheiten zu schützen.

Das spanische Trommelfest beruht auf einem alten Brauch, der mit der Semana Santa zusammenhängt. Besonders in Calanda, dem Geburtsort eines spanischen Filmregisseurs, feiert man dieses Fest sehr groß. Das Fest dauert von Karfreitag um 12 Uhr bis Samstag um 14 Uhr. In dieser Zeit trommeln rund 1500 Trommler auf ihren Trommeln und Pauken. Percussion-Gruppen sorgen für den notwendigen Rhythmus.

In der Nacht zum 19. März, am sogenannten San Jose Tag (Vatertag) findet das Freudenfeuer statt. Dieses Fest verabschiedet den Winter und läutet gleichzeitig den Frühling ein. Besonders stark gefeiert wird der Frühlingsanfang in der Mittelmeerstadt Valencia. Dort werden sogenannte „Fallas“ angezündet. Fallas sind aufwendig gestaltete Skulpturen, die oft auf satirische Art und Weise auf Themen aus der Gesellschaft oder öffentliche Personen hinweisen. 


Besonders eindrucksvoll feiern die Spanier die Semana Santa. Dieses Fest findet zwischen Palmsonntag und Ostersonntag statt und ist das wohl wichtigste religiöse Fest im katholischen Spanien. In dieser Zeit tragen die Bruderschaften und Gemeinden ihre Jesus- und Marienstatuen durch die Straßen. Sie kleiden sich dabei je nach Region in altertümlichen Kapuzen und Büßergewändern und ziehen mit Fackeln und Trommeln durch die Straßen. Die vor allem in Südspanien sehr eindrucksvoll und traditionell gefeierte Semana Santa wird jährlich von hunderttausenden Menschen gefeiert und ist ein echtes Spektakel für Besucher, weshalb es sehr schwierig ist in dieser Zeit in Spanien eine Unterkunft zu finden.


Das Stierrennen, das San Fermines in Pamplona, ist ein bis heute sehr umstrittenes Stadtfest. Bei dieser Veranstaltung, die als eine der bekanntesten Spaniens gilt, werden Stiere durch die Stadt gejagt. Dies ist nicht ungefährlich, denn Menschen werden dabei oft nicht nur verletzt, sondern auch getötet. In San Sebastian de los Reyes findet eine kleinere Version der Stierläufe statt. Doch Tierschützer protestieren schon seit langer Zeit gegen diese Veranstaltungen.


Skurriles

In Spanien gibt es keine Zahnfee, stattdessen ist die Maus Ratoncito Pérez zuständig für das Ersetzen von Zähnen durch Süßigkeiten.
In Spanien befindet sich die Waschmaschine in der Küche.
Die Spanierin Ángeles Durán kaufte 2010 offiziell die Sonne. Sie bezahlte nur 30€ für die Beglaubigung durch einen Notar.
In Spanien findet jährlich am Mittwoch der letzten Augustwoche die „Tomatina“, eine Tomatenschlacht, statt. Tausende Menschen sind auf den Straßen unterwegs und bewerfen sich mit Tomaten. Diese Tradition begann 1945 als Streit zwischen Jugendlichen und ist mittlerweile ein riesiges Fest. Die Schlacht selbst dauert nur eine Stunde und danach helfen alle mit, die Straßen und sich selbst wieder zu säubern.