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SCHWEIZ - Sitten, Gebräuche und Landestypisches


 


Geburt in der Schweiz  

Der gängigste Brauch in der Schweiz ist das Verschicken einer Geburtsanzeige – dies ist in vielen Teilen Europas ebenfalls Tradition. Diese Karten werden meist mit einem Foto des Neugeborenen, einem kleinen persönlichen Text und den wichtigsten Daten wie Name des Babys, Geburtsdatum und -uhrzeit, sowie Geburtsgewicht und Größe bedruckt und an Freunde, Bekannte und Familie gesendet. Besonders in ländlichen Gegenden hält sich eine weitere Tradition zur Geburt eines Babys: Es wird ein Baum gepflanzt. Dieser steht für die Fruchtbarkeit, für das Gedeihen und das Wachsen. Je nachdem, wie gut der Baum gedeiht, wird auch das Wohlergehen und die Gesundheit des Babys begründet. Früher wurde bei der Geburt eines Mädchens traditionell ein Birnenbaum, bei einem Jungen ein Apfelbaum gepflanzt. Teilweise werden diese Bäume mit Spielzeug oder bunten Bändern dekoriert. Manchmal wird auch die Plazenta unter die Erde gelegt und der Baum an dieser Stelle gepflanzt. So soll der Baum gut gedeihen. Heutzutage sind alle Baumsorten möglich, je nach Platz und Angebot.


Hochzeit in der Schweiz 

Wenn das frisch vermählte Paar nach der Trauung aus der Kirche zieht, bilden die Gäste vor dem Ausgang einen Tunnel, durch den das Paar ziehen muss. Das sogenannte „Spalierstehen“ symbolisiert dabei das gemeinsame Überwinden von Problemen und Stolpersteinen, die in der Ehe auftreten können.

Ein typischer Hochzeitsbrauch der Schweizer sind außerdem rechteckige Bonbons, die in knallbunte Papiere verpackt werden. Diese Süßigkeit nennt man heute noch „Feuersteine“, die vom Brautpaar nach der Trauung an die Menge von schaulustigen Kindern verteilt werden. Früher wurden die Feuersteine auch oft aus den Kutschen der Hochzeitsgesellschaften geworfen, damit die Kinder sie auflesen konnten. Dahinter steckt der alte Brauch, dass ein Bräutigam seine Braut bei seinen Mitbewerbern im Dorf „freikaufen“ musste.


Tod in der Schweiz

In vielen Teilen der Schweiz sind die Bestattungsformen sehr naturnah. Anders als in Deutschland kann die Asche des Verstorbenen beispielsweise in einem Bergbach oder einem Wasserfall verstreut werden oder aber bei einer Almwiesenbestattung. Dabei wird die Asche an einem ausgesuchten Ort in einer offenen Grasnarbe beigesetzt. 

In der Schweiz sind Diamantbestattungen möglich. Dabei verarbeitet man einen kleinen Teil der Asche zu einem Diamanten. Der Rest der Asche wird beigesetzt. Der entstandene Diamant kann in ein Schmuckstück eingefasst werden.

Feste und Feierlichkeiten in der Schweiz 

Der wohl bekannteste Schweizer Brauch ist die Basler Fasnacht. Sie läuft streng nach einem Ritual ab und dauert genau 72 Stunden von Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr morgens bis Donnerstagmorgen um vier Uhr. Bei dieser Fasnacht sind, anders als zum Beispiel in Deutschland, Aktive und Zuschauer strikt getrennt. Die Mitwirkenden sind alle kostümiert und ihre Identität ist nicht erkennbar. Während dieser drei Tage werden von den Wirtschaften in der Innenstadt von Basel die traditionellen Fastnachtsspeisen serviert, Mehlsuppe und Käsewähe. Feuer spielt bei diesen Festlichkeiten eine große Rolle, es werden Fackelzüge veranstaltet und Wagen mit brennendem Holz werden gezogen. Dieser spezielle Umzug wird Chienbäse-Umzug genannt.

Im Oktober finden im Tessin die sogenannten Kastanienfeste, die Castagnatas statt. Ein besonders beliebter Veranstaltungsort dieser ist Ascona. Dort wird das Grundnahrungsmittel der früheren Jahrhunderte in vielen Variationen an bunten Marktständen angeboten, beispielsweise in Form von gerösteten Maronen oder als Eis.

Am Mittwoch vor dem Martinstag findet in der Schweiz das traditionelle Rütlischießen statt. Ausrichter ist die Schützengesellschaft Luzern, die das Schießen zu Ehren der Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft veranstalten. Auf einem Schiff werden mehr als tausend männliche Schützen von Luzern nach Rütli transportiert. Dort stehen an einer Felswand 48 Scheiben. Geschossen wird auf eine Distanz von 300 Metern mit einem Gewehr. Das Rütlischießen ist außerdem auch ein kulinarisches Spektakel, bei dem Spezialitäten aus allen Kantonen serviert werden.


Skurriles

In der Schweiz ist es illegal, Meerschweinchen einzeln zu halten. Man muss mindestens zwei von ihnen besitzen.

Der Dalai Lama besitzt den kleinste Weinberg der Welt. Er heißt „La Vigne à Farinet“ im Wallis und besteht nur aus 3 Reben.

Die internationale Anti-Powerpoint-Partei, die sich dafür einsetzt, dass die Anzahl der Powerpoint-Präsentationen auf der Erde abnimmt und Präsentationen spannender und interessanter werden, wurde in der Schweiz gegründet.