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RUMÄNIEN - Sitten, Gebräuche und Landestypisches 




Hochzeit in Rumänien 

Wenn die Braut in Rumänien ihr Elternhaus verlässt, vergießt ihre Mutter ein volles Glas Wein auf die Erde. 
Die Braut trägt traditionell einen langen goldenen Schleier und einen reichbestickten Gürtel, den nur der Bräutigam lösen darf. In der Kirche steht das Brautpaar auf einem Teppich mit ausgestreuten Münzen – ein Zeichen, dass Geld nicht so wichtig ist wie häusliches Glück. Nach der Trauung empfängt die Braut ihre Gäste auf der Hausschwelle und bespritzt sie mit Rosenwasser. Anschließend wirft sie Salz und Weizenkörner in alle vier Himmelsrichtungen. 

In Rumänien wird der Brautkranz von den Freunden der Braut an einen hohen Baum gehängt. Der Bräutigam muss diesen dann herunterholen, indem seine Freunde und Familie eine Pyramide bilden. Diese muss er hinaufklettern, dann den Kranz holen und ihn zum Schluss seiner Braut aufsetzen.


Tod in Rumänien

In Maramureș und anderen volkstümlichen Gebieten Rumäniens sind der „Totenkult“ und die „Große Überfahrt“ Teile der Übergangsrituale zwischen Leben und Tod. Nach dem traditionellen Glauben gibt es drei Phasen des „Übergangs“. Den Abschied von den Lebenden, die Vorbereitung zum Übergang in eine andere Welt und die Einfindung in die Welt der Toten. Die Rituale beginnen, sobald man wahrnimmt, dass sich die „Stunde“ nähert. Man besucht den Sterbenden, der um Vergebung für seine schlechten Taten bittet und redet über schöne miteinander verbrachte Zeiten. Vor dem letzten Moment wird ein Priester gerufen, damit der Sterbende seine Sünden beichten kann. Dieses Ritual wird aus Furcht vor einer Ruhelosigkeit der Seele immer genauestens respektiert. Eine Kerze wird gezündet, die so lange bewacht wird, bis sie heruntergebrannt ist. Dies ist die „Kerze der Seele“, die dem Sterbenden den Weg erleuchten soll. Gebete zur Vergebung seiner Sünden werden gesprochen und bestimmte Gegenstände werden in die Hände des Dahinscheidenden gelegt. Geld, ein Stab und ein knotenförmiges Brot sind nur einige dieser Details, auf die geachtet werden muss. Nach dem Tod beginnen die Frauen laut zu trauern, wodurch sich die Nachricht vom Tod im ganzen Dorf verbreitet. Alle sprechen die Worte „möge der Herr ihm vergeben“ und die Männer nehmen zum Zeichen ihrer Trauer die Hüte ab, während die Frauen ihr Haar öffnen und schwarze Kopftücher tragen. 


Im Hauptraum des Hauses wird der Körper zusammen mit der brennenden Kerze drei Tage und zwei Nächte lang ständig bewacht. Die Frauen im Hause halten drei Tage lang morgens, mittags und abends die Totenklage ab, immer dann wenn die Totenglocken läuten. Abends beginnt die Totenwache, bei der junge Männer ungefragt ins Haus kommen, um dem Toten neben dem Sarg Gesellschaft zu leisten. Der Gastgeber sorgt dafür, dass Getränke und Gnadenbrot vorhanden sind, die dem Priester, dem Psalmenleser und dem Glockenläuter gereicht werden. In der Nacht vor dem Begräbnis hält man ein „Requiem“ ab, wobei der Priester bestimmte Gebete spricht, bei denen nur einige wenige Personen anwesend sind. 


Das gesamte Dorf nimmt an der Prozession teil, die den Toten zu seinem Grab begleitet. Nachdem der Sarg in das Grab eingelassen wurde, versiegelt der Priester ihm mit einem Kreuz, welches er mit einem Nagel in das Grab einritzt. Darauf folgt das Totenmahl, welches üblicherweise auf dem Gelände des Verstorbenen stattfindet. Es besteht aus Weizenbrot, Milchnudeln, Kohlrouladen gefüllt mit Hackfleisch und Reis (sarmale), Kartoffeln mit Fleisch, Gebäck und anderem. Vor dem Essen spricht der Priester ein Gebet für den Toten und segnet die Speisen. Die Prozedur wird nach bestimmten Intervallen wiederholt. Zuerst nach drei Tagen, nach neun Tagen, sechs Wochen und einem Jahr nach dem Ereignis. Der Zweck davon ist, den Kontakt zum Verstorbenen nicht zu verlieren. Nach dem Begräbnis und dem Totenmahl singen und spielen Jungen und Mädchen gemeinsam mit Musikanten zum Andenken an ihm.


Feste und Feierlichkeiten in Rumänien

In Rumänien liegen die christlichen Feiertage wie zum Beispiel Ostern nicht auf dem selben Datum wie in Deutschland, da die rumänische Bevölkerung überwiegend orthodoxen Glaubens ist. So wird das orthodoxe Ostern in der Regel eine Woche nach dem christlichen und dem katholischen Ostern gefeiert und stellt das wichtigste religiöse Fest dar, dass in Rumänien mit Folklore in voller Pracht gefeiert wird. 


Skurriles

In Rumänien gibt es den „Fröhlichen Friedhof“ von Sapânta. Dort charakterisieren 800 Grabkreuze Verstorbene auf unübliche Weise in Wort und Bild. „Hier ruht eine Schwiegermutter“. Hätte sie noch drei Tage gelebt, würde ich hier liegen“ ist ein Beispiel für einen dieser Sprüche, die man auf diesem speziellen Friedhof finden kann. Stan Ioan Patras versah im Jahr 1935 erstmals Gräber mit persönlichen Inschriften und handgemalten Porträts der Toten. Sein Nachfolger setzt diese Tradition nun fort.

Es gibt in Rumänien ein skurriles Gesetz, welches 2013 eingeführt wurde. Laut diesem erhalten Häftlinge, die wissenschaftliche Werke veröffentlichen, 30 Tage Straferlass. Seitdem stieg die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen in Rumänien stark an, 188 Häftlinge verfassten insgesamt 411 Werke.