Frieling-Verlag Berlin

Verlag sucht Autoren

FRANKREICH – Sitten, Gebräuche und Landestypisches



Geburt in Frankreich

In Frankreich, Belgien, den Niederlanden und in verschiedenen Mittelmeerländern verschenkt man Zuckermandeln zur Geburt. Dabei stehen rosane Mandeln für ein Mädchen und blaue für einen Jungen. Die Mandeln sollen das neue Leben und die Fruchtbarkeit symbolisieren. Die süssen Mandeln werden schön in einem Döschen, Säcklein oder eine Tüte verpackt und daran wird ein Schild befestigt, auf dem der Name des Neugeborenen, der Tag der Geburt etc., stehen.

Außerdem bekommen so gut wie alle Babys eine Quietschegiraffe geschenkt. Sie heißt Sophie und ist in Frankreich eines der beliebtesten Babygeschenke überhaupt.  


Hochzeit in Frankreich

Nach der Trauung fahren die Hochzeitsgäste im Autocorso hupend zur Veranstaltungshalle. An jedem Fahrzeug wird eine weiße Schleife befestigt, die man nicht entfernen darf, sie muss von alleine abfallen.

Bei einer französischen Hochzeit versteigert die Baut meist ihr Strumpfband meistbietend. Die Gäste bilden dazu einen Kreis um die Braut. Sie tanzt und schiebt dabei ihren Rock immer höher. Die männlichen Gäste bieten für jeden Zentimeter mehr. Wenn das Band zu sehen ist, erhält es der, der zuletzt am meisten geboten hat. Das Geld, das dabei gesammelt wird, geht an das Brautpaar.

Eine besondere Hochzeitstorte ist die Croquembouche (wörtlich „kracht im Mund“). Dafür werden Windbeutel zu einer Pyramide aufgeschichtet, die dann mit Karamell übergossen wird. 


Tod / Beerdigungsriten / Trauer in Frankreich

Auf französischen Friedhöfen bildet meist eine Fundamentplatte die Basis als unterstes Element eines Grabes. Meist ist diese aus Granit oder Marmor gefertigt. Darauf wird ein Unterbau gesetzt und auf diesem später die Grabplatte gelegt. Zuletzt wird auf diese Platte ein Sockel mit einem Grabstein gedübelt. In Frankreich erwirbt man daher nicht einfach einen Grabstein, sondern ein Gesamtpaket. In vielen Fällen wird sogar auf den Grabstein verzichtet und lediglich eine herrschaftliche Grabplatte verlegt. Eine individuelle Gestaltung ist rund um die Platte möglich, dort befinden sich meist Einfassungen für Vasen oder einfache Blumenkästen. Die Gräber werden häufig mit Blumengestecken aus Porzellan – da viele Pflanzen dem warmen Klima in Frankreich nicht standhalten – Kruzifixen und den „plaque funéraire“, den Gedenktafeln geschmückt. Porzellan ist allgemein ein beliebtes Material innerhalb der französischen Grabgestaltung.

In Frankreich wird eine Luftbestattung angeboten. Dabei wird die Asche des Verstorbenen von einem Ballon aus in die Natur verstreut.

Eine Weltraumbestattung ist die wohl kostspieligste Bestattungsart. Dabei wird ein Teil der Asche in einer Kapsel in den Weltraum befördert. Die Kosten für so eine Bestattung liegen bei mindestens 10.000,- Euro. 


Feste und Feiertage in Frankreich

Am 6. Januar wird in Frankreich der Dreikönigstag gefeiert. Traditionell wird der Kuchen Galette des Rois gebacken, welcher je nach Region entweder aus Hefeteig oder aus Blätterteig besteht. Darin eingebacken wird eine getrocknete Bohne oder eine kleine Porzellanfigur. Wer diese findet, bekommt eine Pappkrone aufgesetzt und darf für einen Tag König oder Königin sein.

In Frankreich feiert man am 14. Juli den Nationalfeiertag. Dieser geht auf den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 zurück. Am 14. Juli ist Frankreich in Festtagsstimmung: Die Leute haben frei, in den Nächten um den Feiertag finden Volksfeste statt und auf der Champs-Èlysées findet eine große Militärparade statt, an der auch Verbündete Frankreichs teilnehmen. Ganz Frankreich feiert!

Am ersten Wochenende des Septembers findet im hohen Norden Frankreichs die Braderie von Lille statt. Dies ist ein Volksfest, welches gleichzeitig ein riesiger Flohmarkt ist. Es wird viel Gebratenes gegessen, daher hat dieses Fest auch seinen Namen, denn „Braderie“ leitet sich vom flämischen Wort für „Braten“ ab. Außerdem werden viele Muscheln verspeist. Die Braderie besitzt eine jahrhundertealte Tradition und wird auf nahezu allen Bürgersteigen der Stadt gefeiert.

Der französische Karneval findet in Nizza an der Côte d’Azur statt. Dort veranstaltet man einen großen Umzug, dem man von bezahlten Tribünenplätzen aus zusehen kann. Außerdem wird eine Blumenschlacht organisiert.


Landestypisches / Besonderheiten aus Frankreich

  • Frankreich ist das einzige Land, dessen Armee noch Brieftauben besitzt. Diese werden in der Festung Mont-Valérien, nahe Paris, gehalten.
  • Durchschnittlich isst jeder Franzose ein halbes Baguette am Tag. Jedes Jahr werden in Frankreich deshalb 10 Milliarden Baguettes verkauft.
  • In Frankreich ist es strafbar, sein Schwein oder seine Kuh "Napoleon" zu nennen.
  • Der Ort mit dem kürzesten Namen befindet sich in Frankreich: "Y".