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ALBANIEN – Sitten, Gebräuche und Landestypisches



Geburt in Albanien

In vielen Teilen Albaniens wird noch heute die alte Sitte des ersten Haarschnittes zelebriert. Der Kumbari, ist so etwas wie ein Patenonkel, schneidet nach etwa einem Jahr die Haare des Neugeborenen. Bei den Jungen in der Phase des zunehmenden und bei den Mädchen in der Phase des abnehmenden Mondes. In der Regel werden ein Festmahl und Geschenke für den Kumbari vorbereitet. Mit diesem Akt übernimmt der Kumbari die Mitverantwortung für die Fürsorge des Kindes. 


Hochzeit in Albanien

Hochzeiten werden in Albanien an mehreren Tagen gefeiert. 

Die erste Feier, eine symbolische Verlobungsfeier, findet im Haus des Bräutigams statt. Danach folgt eine Feier im Elternhaus der Braut. Bei der zweiten Feier im Haus der Eltern des Bräutigams werden Hochzeitskleidung, die Mitgift der Braut und die Bräutigamgeschenke zur Schau gestellt. Die letzte Feier der etwa einwöchigen Hochzeitsfeierlichkeiten ist der eigentliche Hochzeitstag, an dem die Braut ihr Elternhaus verlässt. 
In Albanien heiratet man in Rottönen, bevorzugt in Rosa. Albanische Hochzeitsfeiern sind generell sehr groß, oft mit mehreren Hundert Gästen. Das Tanzen spielt eine sehr wichtige Rolle. Häufig werden Bauchtänzer eingeladen und generell wird versucht, die Gäste zum Tanzen zu animieren. Es gibt meist ein typisch albanisches, oft scharf gewürztes Fünf-Gänge-Menü, dazu Raki und albanischen Wein. 


Tod / Beerdigungsriten / Trauer in Albanien

Bei den Beerdigungen in Albanien tragen Frauen der Familie schwarze Kleidung. Zur Beerdigung werden Familienangehörige und Freunde der Familie geladen. Kaffee und Wasser, sowie Schnaps für Männer werden serviert. Männer und Frauen sitzen bei der Trauerfeier im Haus des Toten in getrennten Räumen. 

Vor dem Begräbnis wird eine Rede gehalten, vom Hoxha werden Suren aus dem Koran gesungen. In der Regel wird der Familie Geld geschenkt, da diese durch den Tod des Angehörigen in finanzielle Schwierigkeiten geraten bzw. geraten können. Die Toten werden in einem Leichentuch in der Erde begraben. 

Nach der Beerdigung stellt sich die enge Familie in einer Reihe und jeder Mensch, der an der Beerdigung teilgenommen hat, gibt jedem Familienmitglied die Hand. Der Toten wird nach drei, sieben und 40 Tagen, dann nach sechs Monaten und nach einem Jahr gedacht.


Feste und Feiertage in Albanien

Dita e Verës oder Sommertag: Ein Frühlingsfest in Albanien, das jedes Jahr am 14. März stattfindet. Der Dita e Verës ist ein Freudensfest. Auf den Straßen wird ein Volksfest gefeiert, es wird viel gesungen und getanzt. Symbole dieses Festtages sind ein Gebäck namens "ballokumja" und ein rot-weißes Halsband, das "verorja", welches alle Jugendlichen tragen.


Landestypisches / Besonderheiten aus Albanien

  • Kanun des Lekë Dukagjini ist ein Gesetzeswerk zur Regelung von Erbstreitigkeiten, Grenzkonflikten, Gastrecht.
  • Besa: ein ins Deutsche schwer übersetzbarer Begriff, der im Albanischen für Ehre, Waffenstillstand, Allianz, Sicherheitsgarantie, Schwur, Loyalität, Treue steht und noch einiges mehr umfasst. Dem Gesetz der Besa war es z. B. zu verdanken, dass in Albanien nach dem Zweiten Weltkrieg mehr Juden lebten als vor dem Krieg, da die Pflicht der Albaner, den Verfolgten Schutz zu gewähren, über den Gesetzen der faschistischen Besatzer stand.
  • Blutrache ist ein Grundprinzip des albanischen Gewohnheitsrechts "Kanum". Die Blutrache erfolgt nach dem Prinzip "Blut wird mit Blut vergolten". Sie gilt als ethische Handlung, um das Gleichgewicht in der Gesellschaft wieder herzustellen. Frauen und Minderjährige sind von Racheakten nicht betroffen. Manchmal gelingt es den Vermittlern Fristen des Waffenstillstandes (Besa) bei den geschädigten Familien auszuhandeln. Nach einer Reihe von Besa-Zeiten kann um Versöhnung (pajtim) oder um Verzeihung (falje) gebeten werden. Diese, sofern von der geschädigten Familie akzeptiert, sind an Bedingungen geknüpft. 
  • In Albanien sollen heute noch drei Dutzend „eingeschworene Jungfrauen“ (Burrnesha) in entlegenen Dörfern leben. Genau lässt sich diese Zahl aber nicht ermitteln. Die Frauen leben nach ihrem Schwur (Besa) für immer sex- und ehelos und frisieren, kleiden und verhalten sich ab diesem Zeitpunkt wie Männer und werden als solche respektiert. Einer der Gründe für den symbolischen Übertritt zum männlichen Geschlecht ist das Fehlen eines männlichen Familienoberhaupts, der für den Schutz der Frauen in der Familie sorgen und die Familieninteressen vertreten kann. Ein zweiter Grund, das Geschlecht zu wechseln, ist einer arrangierten Verheiratung zu entgehen, ohne Rache für den Bruch eines Eheversprechens fürchten zu müssen.