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Die Kunst des Briefes



Ist Briefe schreiben noch zeitgemäß?

Schreiben Sie noch Briefe? Keine Geschäftsbriefe, sondern eine von Herzen geschriebene Botschaft an jemanden, den Sie sehr mögen? In Zeiten von E-Mail, WhatsApp und Facebook ist eine solche Nachricht eher eine Seltenheit. Ist das Briefeschreiben eine verstaubte Kunst oder lohnt es sich, mal wieder das Briefpapier und den Füller hervorzukramen?


Briefe, Briefe, Briefe

Das Schreiben eines Briefes ist mehr als ein überholter Kommunikationsweg und dient nicht nur dem Informationsaustausch. Liebesbriefe, Abschiedsbriefe, Feldpostbriefe, Kondolenzbriefe, Hassbriefe, Willkommensbriefe … Diese Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Es gibt viele Arten und oft kann man ein Exemplar nicht nur einer einzigen davon zuordnen. Briefe können einen Anfang markieren, wie es zum Beispiel der erste Liebesbrief eines Paares tut, das sich 50 Jahre später noch an den genauen Wortlaut erinnert. Sie können eine Beziehung aufrechterhalten oder in Form von Kondolenz- oder Abschiedsbriefen auch ein Ende sein.


Ein Blick in die deutsche Briefgeschichte

Die Tradition des Privatbriefes ist noch gar nicht so lang, wie man glauben mag. Vor dem 18. Jahrhundert war es fast nur Gelehrten möglich, Briefe zu verfassen. Private Briefe in der heute bekannten Form gab es zu dieser Zeit nicht, da das "gemeine Volk" üblicherweise weder des Lesens noch des Schreibens mächtig war. 
Im 18. Jahrhundert erhielt die Briefkultur einen Aufschwung: Im Bürgertum gehörte es plötzlich zum "guten Ton", Briefe an seine Freunde zu schreiben. Vor allem in literarischen Kreisen wurde ein regelrechtes Facebook in Briefform aufgebaut. Nicht umsonst gilt diese Zeit als Zeitalter des Briefes. Die handschriftlichen Informationsträger wurden als das Mittel zur freundschaftlichen Verbindung über große Entfernungen hinweg entdeckt und mit zunehmender Alphabetisierung auch immer mehr genutzt. 


Das Warten auf den Brief

In vergangener Zeit war der Brief oft die einzige Möglichkeit, sich mit den fernen Lieben in Verbindung zu setzen. Dabei war eine Postsendung – je nach Entfernung – tage- bis wochenlang unterwegs. Was zum Zeitpunkt des Schreibens noch aktuell war, konnte schon wieder veraltet sein, wenn der Brief den Empfänger erreichte. Dennoch wurde man nicht müde, die eigene Gefühlswelt und vieles mehr auf Papier zu bannen und zu verschicken.


Schnelle Kommunikation vs. Intimität des Briefes

In der heutigen Zeit erwartet uns beim Blick in den Briefkasten nicht unbedingt gähnende Leere. Werbung, "offizielle Botschaften" und Rechnungen werden ganz traditionell per Post verschickt. Menschen, die uns am Herzen liegen, lassen wir oft auf schnelleren Wegen wissen, was uns beschäftigt, via Telefon, Kurznachricht, E-Mail oder soziale Netzwerke. Trotzdem geht eine bestimmte Faszination vom Brief aus und das aus nachvollziehbaren Gründen. Weil wir die Möglichkeit unbegrenzten Schreibens haben, werden in Textnachrichten oft auch die unwichtigsten Informationen mitgeteilt. Der Briefeschreiber wählt nicht nur das in dem Moment Wichtigste aus, sondern versucht es oft auch in eine schöne Sprache zu verpacken. Außerdem schafft das Lesen einer Handschrift eine Intimität, die eine Computerschrift nicht leisten kann. Gerade aus diesem Grund erhält der Brief momentan wieder eine Renaissance.


Wenn Briefe Geschichten erzählen

Wenn Sie jetzt Lust verspüren, zum Stift zu greifen, aber Ihnen das leere Blatt den Kopf blockiert, fragen Sie doch Eltern oder Großeltern nach alten Briefen. Oft finden sich noch wahre Schätze der Schreibkunst in Schränken und auf Dachböden versteckt. Diese können nicht nur Inspiration sein, sondern auch Einblicke in die allgemeine und persönliche Geschichte geben. 
Außerdem sind Briefe in der Literatur ein sehr beliebtes stilistisches Mittel, um der Geschichte mehr Spannung und Tiefe zu verleihen. In einem Roman verleiht das Einbringen von Briefen den Charakteren einen authentischen Anstrich, der den Weg zum Erfolg ausmachen kann. Versuchen Sie es doch einmal in Ihrem Werk!

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