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Neudel, Ilona

Ilona Neudel wurde 1932 im vogtländischen Rebersreuth geboren und wuchs als Halbwaise und Pflegekind auf. Das Jahr 1945 erlebte sie als Befreiung von drastischen Zwängen, und die im deutschen Osten entstehende soziale Neuordnung ermöglichten ihr Schulbildung und ein Germanistikstudium an der Universität Leipzig. Anschließend war sie drei Jahrzehnte lang pädagogisch tätig – zunächst am Herder-Institut, dann an einer Polytechnischen Oberschule und schließlich 20 Jahre am Institut für Lehrerbildung Leipzig. Stets die Interessen der DDR vertretend, setzte ihr die Diskrepanz zwischen sozialistischem Ideal und dessen realer Umsetzung immer mehr zu, so daß sie, gesundheitlich geschädigt, 1986 ihre berufliche Tätigkeit beenden mußte. Familiäre Schicksalsschläge und die Auswirkungen der Wendezeit erforderten eine komplette Neuorientierung. Sie zog aufs Land und konnte sich fortan intensiv ihrer Neigung zum Schreiben widmen.






Selbstverständnis oder O Sorge

Roman

2003. Im deutschen Osten herrschen DDR-Aufarbeitungsplage und BRD-Anpassungsnöte, in der Welt der Irakkrieg und viel Elend. Die Erzählerin, eine aus dem öffentlichen Leben Gedrängte, müht sich um den Erhalt ihres Lebenssinns. Noch immer steht sie unter dem Eindruck des als Kind erlebten Zweiten Weltkriegs. In die Sorge über den Irakkrieg mischen sich Reflexionen über ihren eigenen, inneren Krieg. Halt findet die Selbst- und Zeitkritische im Schreiben, in der Pracht von Dichtung und Muttersprache, im Zauber der Natur, in der Hingabe für die Entwicklung eines Kindes. Sie hofft, das Weltgewissen werde nie aufhören, für die Überwindung des Krieges zu schlagen. Verfolgt von den Gespenstern ihrer Vergangenheit und ihrer Zeit, versteht sie sich als „ein durch die neue Zeit gewordener und die entartete Macht ruinierter, im Leben gescheiterter Mensch.“

Der wortmächtige Roman führt die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen, doch es geht um viel mehr: um Tod und Verlust, um die persönliche Tragödie, die das gewaltsam herbeigeführte Lebensende eines Menschen auslöst. Denn der Tod bedeutet nicht nur, daß einem ein geliebter oder nahestehender Mensch entrissen wird, sondern auch die Vernichtung von Lebenssinn und Möglichkeiten.


288 Seiten • Taschenbuch (Paperback) • EUR 16,90

ISBN 978-3-8280-3086-2 

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