Frieling-Verlag Berlin

Bücher und Menschen

Das Verlagsprinzip unseres Hauses

Warum es legitim ist, die Publikation seines Buches finanziell zu unterstützen

Johann Wolfgang von Goethe suchte für sein Frühwerk „Die Mitschuldigen“ 1769 vergebens einen Verleger. Auch für den heute weltweit berühmten „Götz von Berlichingen“ wollte sich keine Hand rühren: Das Drama erschien 1773 in wenigen Hundert Exemplaren. Goethe zahlte, besorgte die Herausgabe privat und legte damit den Grundstein für seinen späteren Welterfolg.

Die Literaturgeschichte umfasst eine Vielzahl von Namen, darunter weltberühmte Schriftsteller, deren Werke von Verlagen zunächst abgelehnt wurden. Begnadete Talente schrieben Bettelbriefe, ließen Beziehungen spielen – trotzdem wurden ihre Werke abgelehnt und sie selbst zu lästigen Bittstellern erniedrigt.

Schließlich beschritten sie den direkten Weg zum eigenen Buch und ließen die Veröffentlichung auf eigene Kosten besorgen. Diese Schriftsteller sind Vorbilder für Frieling-Autoren von heute.

Wäre Goethe heute vielleicht ein Namenloser, hätte er es seinerzeit abgelehnt, sein eigenes Werk finanziell zu fördern?


Kritiker von heute sind vielleicht Neider von morgen

Edgar Allan Poe veröffentlichte 1827 auf eigene Kosten einen Gedichtband, für den sich kein Verleger engagierte. Heute kostet ein Exemplar der Poeme, auf deren Titelblatt lediglich „From a Bostoner“ steht, im Antiquariat mehr als 25 000 Euro. Ohne Privatinitiative wäre einer der Wegbereiter der modernen Literatur heute unbekannt.

Lew Tolstoi musste ein kleines Vermögen aufbringen, um einen der berühmtesten Romane der Weltliteratur, „Krieg und Frieden“, auf eigene Kosten herauszubringen. Marcel Proust finanzierte seinen großen Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ selbst. obwohl er bereits Kurzgeschichten für literarische Zeitschriften verfasst hatte, galt der heute allseits anerkannte Autor seinen schreibenden Kollegen nur als „Snob“ und „literarischer Amateur“.

Richard Wagner, Friedrich Nietzsche, Heinrich Mann und Hermann Hesse ließen einige ihrer Werke auf eigene Kosten verlegen. Diese Liste von Namen könnte seitenlang fortgesetzt werden.

Es zeigt sich: Nur wer wagt, gewinnt. – Der Weg der Eigeninitiative hat Tradition.


Was ist ein Privatverlag? Wo sind Schnittstellen und wo Unterschiede im Vergleich zu Programmverlagen?

Der Frieling-Verlag ist als Privatverlag ein anerkanntes, leistungsfähiges Unternehmen der Verlagsbranche, das methodisch im Wesentlichen genauso arbeitet wie jeder andere Publikums- oder Spezialverlag. Der spürbare Unterschied zu einem Programmverlag besteht im ungeteilten Engagement für den Autor und dessen Werk, unabhängig von wechselhaften modischen Strömungen und Programmvorgaben.

Es gibt im Privatverlag traditionell mehr Offenheit gegenüber authentischen und „querköpfigen“ Manuskripten, denn hier stehen der Autor und sein Anliegen und weniger die inhaltliche Profilierung eines Verlagsprogramms im Mittelpunkt des Handelns. Der Frieling-Verlag unterscheidet sich durch sein umfassendes Leistungsspektrum grundlegend von Druckereien, Printing-on-Demand-Anbietern und „Do-it-yourself-Verlagen“.


Ist das Prinzip der Risikobeteiligung ein „seriöses“ Verlagsmodell?

Kritiker des Modells einer Beteiligung von Autoren an den Publikationskosten ihrer Werke beharren darauf, dass der Begriff Verlag von vorlegen komme und meinen damit, dass ein seriöser Verlag dazu verpflichtet sei, für jede Publikation in eigene finanzielle Vorleistung zu gehen.

Ob diese Ableitung so richtig ist, ist nicht ganz unumstritten. Zeitgemäß ist sie – so unsere feste Überzeugung – jedenfalls nicht. Längst hat den Buchmarkt eine Entwicklung erreicht, die auch andere Branchen bereits durchlebt haben: Von den großen Publikumsverlagen werden in der Regel nur wenige ausgewählte Bücher mit vermeintlich hohen Absatzchancen veröffentlicht, während es unbekannten Autoren immer schwerer fällt, einen Verlag zu finden, der ihr Buch auf eigene Kosten verlegt.

Viele Manuskripte werden vom Markt schlichtweg ignoriert, da ihr Erfolg zu ungewiss oder ihre Zielgruppe nicht groß genug ist, um eine Publikation zu riskieren. Der Frieling-Verlag sucht ebendiese Manuskripte und ebnet ihren Autoren den Weg zur eigenen Veröffentlichung. Dabei profitieren wir von unserer jahrzehntelangen Erfahrung und einem hohen Maß an Professionalität. So werden unsere Veröffentlichungen stets einem hohen handwerklichen Qualitätsanspruch gerecht.

Wir pflegen einen transparenten Umgang mit unserem Verlagsprinzip, benennen im Vorfeld einer Zusammenarbeit alle Kosten und Leistungen, gewährleisten einen hohen qualitativen Standard und tragen im Zuge dessen zur literarischen Vielfalt bei. Jeder soll für sich selbst entscheiden, ob er sich mit diesem Modell anfreunden kann. Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat sich in einer Stellungnahme klar zum Thema Kostenbeteiligung positioniert:


Stellungnahme Börsenverein:

„Es kann durchaus Sinn machen, wenn ein Autor, der ansonsten keine Chancen für die Veröffentlichung seines Manuskriptes sieht, einen Druckkostenbeitrag an den Verlag zahlt. Wenn der Verfasser eines Manuskriptes in Kenntnis aller Umstände sich für die Zahlung eines Beitrages zur Veröffentlichung entscheidet, dann ist dies sein freier Wille, und wenn er einen seriösen Partner gefunden hat, ist an diesem Vertrag nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Manche wichtigen literarischen Werke wären nie erschienen, gäbe es diese Ausnahme von der Regel nicht. […] Wir werden auch in Zukunft deutlich machen, dass unter bestimmten Umständen ein Druckkostenzuschuss durch den Autor nicht nur nicht zu kritisieren, sondern durchaus auch positiv zu beurteilen sein kann. Dies erfordert jedoch immer Kenntnis der Einzelumstände und deshalb auch den Appell an Autoren, vor dem Eingehen solcher Verträge diese sehr genau zu prüfen.“

 

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