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Schreibtipps – Ratgeber schreiben

Ratgeber schreiben – Die große Kunst, Ratsuchenden zu helfen

Wer den Sachbuchmarkt in Augenschein nimmt, dem fällt auf, dass Ratgeber eine beliebte und gern gekaufte Gattung sind. Seien es Erziehungsratgeber, Gesundheitsratgeber, Karriereratgeber, psychologische Ratgeber, Schreibratgeber … Ungefähr jedes dritte verkaufte Sachbuch ist ein Ratgeber. Um auf diesem sich stetig wandelnden Markt zu bestehen, sollte der Autor ein Buch publizieren, das sich sowohl schnell anpassen lässt als auch individuell ist. Ein erfolgreiches Ratgeberbuch zu schreiben ist daher nicht so einfach. Doch sollte man sich auch nicht entmutigen lassen. Sind Sie bereits auf einem Gebiet Experte und möchten darüber einen Ratgeber verfassen? Dann könnten Ihnen die Tipps dieser Woche vielleicht die noch fehlende Hilfe bieten, die es braucht, um Ihr Projekt mit Erfolg zu realisieren.


TIPP 1: Themenfindung

Möchten Sie einen Ratgeber veröffentlichen, ist es wichtig, sein eigenes persönliches Thema zu finden. Hierbei ist die Wahl eines Spezialgebiets, auf dem Sie bereits Experte sind, empfehlenswert. Außerdem kann es sich lohnen, möchten Sie ein erfolgreiches Buch schreiben, einen aktuellen Aspekt Ihres Themenbereichs, eventuell sogar ein zurzeit kontrovers diskutiertes Thema, das zu Ihrem Kenntnisbereich zählt, zu wählen. Das heißt, das Buch sollte möglichst auf der Höhe der Zeit sein.

Bevor Sie sich endgültig entscheiden, über welchen Bereich des Ihnen wohlbekannten Gebietes Sie schreiben möchten, ist es zudem ratsam, sich zunächst mit dem Markt der Ratgeberliteratur vertraut zu machen. So können Sie etwaige Konkurrenzwerke in Augenschein nehmen. Wählen Sie nach Möglichkeit kein Thema, zu dem es bereits zahlreiche Ratgeber gibt, sondern suchen Sie sich am besten eine Nische, die Sie mit Ihrem Buch bedienen können. Denn von einem Ratgeberbuch wird in der Regel erwartet, dass es innovativ ist. Gleichzeitig sollte das Thema nicht allzu spezifisch gewählt werden, um ein zu kleines Zielpublikum zu vermeiden.


TIPP 2: Die Zielgruppe analysieren – Welche Informationen erwartet der Ratsuchende?

Bevor Sie mit der Planung des Aufbaus beginnen, ist es wichtig, der zukünftigen Zielgruppe Beachtung zu schenken. Über die Wahl Ihres Themenbereichs kann die einfachste Verbindung zum Leser geschaffen werden. Ein Thema, das momentan aktuell ist, betrifft vor allem die Menschen, die momentan leben.

Doch ganz gleich welches Thema sie gewählt haben, Sie sollten den Leser bei seinen Problemen und Bedürfnissen abholen. Um jene zu erkennen, hilft ebenfalls ein Blick auf den aktuellen Markt. Außerdem können Sie ein besseres Verständnis von bestimmten Zielgruppen erhalten, wenn Sie vorab Fachliteratur, die die Kaufgewohnheiten bestimmter Zielgruppen analysiert, hinzuziehen. Vor allem aber sollten Sie sich überlegen, welchen Leser Sie insbesondere ansprechen möchten. Hierbei können Sie sich auch eine konkrete Person, der Sie helfen möchten, vorstellen. Dabei stellen Sie sich zum Beispiel folgende Fragen: Wie ist der jetzige Zustand dieses Lesers? Was weiß er momentan? Welche Informationen könnten wichtig für ihn sein? Was sollte er im Detail beachten?


TIPP 3: Inhaltlicher Aufbau – Wie das gewählte Thema richtig strukturieren?

In einem weiteren Schritt bestimmen Sie die ungefähre Länge Ihres Buches. Das Thema sollte in einem derartigen Umfang aufbereitet werden, dass der Leser das Gefühl erlangt, genügend Wissen vermittelt zu bekommen, um über den besprochenen Sachverhalt mitreden zu können. (In der Regel enthalten Ratgeber ca. vier bis sechs Kapitel.)

Anschließend widmen Sie sich der inhaltlichen Gliederung, der Sie ein gezieltes Auswählen der Inhalte voranstellen. Dabei sollten Sie zum einen darauf achten, dass Sie den Leser klar anleiten können, und zum anderen, dass das angekündigte Ziel des Buches erreicht werden kann. Die Gliederung kann nun folgendermaßen aufgebaut werden. Schreiben Sie sich alle geplanten Kapitel in Form von aussagekräftigen Arbeitstiteln auf. Das heißt, der vorläufige Titel sollte nicht nur aus einem Wort bestehen, sondern in einem einzigen, aber langen Satz erklären, worum es gehen soll. In einem weiteren Schritt, so empfiehlt Gitte Härter in ihrer Videoanleitung „Ratgeber schreiben“, sollten die zentralen Punkte jedes Kapitels unter den Überschriften aufgelistet werden. Hierbei können Sie sich nochmals fragen, worum es in dem Kapitel gehen, was der Leser erfahren soll sowie was die Kernpunkte des Kapitels, wie zum Beispiel bestimmte Übungen, sind.

Auf der Basis dieser Gliederung können Sie nun Textauszüge und Exposés erstellen, mit denen Sie an einen Verlag oder eine Agentur herantreten möchten.


TIPP 4: Der Sprachstil – In welchem "Ton" und in welcher "Färbung" gestalte ich den Text sprachlich?

Die Sprache eines Ratgeberbuches sollte neutral und deutlich gehalten werden. Einem Autor, der gewohnt ist, literarisch anspruchsvolle Texte zu schreiben, kann dies schwerfallen. Vermeiden Sie einen zu komplizierten Satzbau. Außerdem ist es wichtig, eine dem Wissensstand des Lesers adäquate Mischung aus dem jeweiligen Fachvokabular und dem allgemein gebräuchlichen Wortschatz zu benutzen. Handelt es sich bei Ihrer Zielgruppe um erfahrene Leser, können Sie durchaus Fachausdrücke verwenden. Möchten Sie vielmehr Laien ansprechen, sollten Sie auf eine einfache Ausdrucksweise achten.

Vor allem Beispiele helfen dem Leser nicht nur, die jeweilige Problematik zu verstehen, sondern sich auch mit ihr zu identifizieren. Hierbei gilt jedoch, die Beispiele möglichst neutral wiederzugeben. Keinesfalls sollten Sie belehrend schreiben oder Versprechen, die an einen Werbespruch erinnern, geben.

TIPP 5: Das Layout – Was muss bei der Gestaltung eines Ratgebers beachtet werden?

Ein Blick auf den oft von thematisch ähnlichen Ratgebern überfüllten Markt verrät, dass diese Bücher sehr gefragt sind. Eine Folge ist daher, dass ein Ratgeber sich durch seine Gestaltung hervortun sollte. Ein Weg, das Buch möglichst ansprechend aufzustellen, bildet das Hinzufügen von Illustrationen. Ob es Fotos oder Grafiken sind – Bilder helfen, ein Ratgeberbuch lockerer zu gestalten, und sind in der Lage, eventuell schwierige Begriffe zu veranschaulichen.

Eine weitere Möglichkeit, das Thema übersichtlich sowie anregend umzusetzen, bietet ein Farbleitsystem. Hierbei können die einzelnen Themenkomplexe mit jeweils unterschiedlichen Farben versehen werden. Auch erzielen Hervorhebungen durch Fett- und Kursivdruck sowie Zwischenüberschriften einen übersichtlicheren Inhalt. Ebenso erleichtern zum Beispiel kleine Schaukästen, die relevante Informationen enthalten, das Lesen.

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