Frieling-Verlag Berlin

Bücher und Menschen

Wie schreibe ich einen Liebesroman?

Schreibtipps, Schreibhilfe und nützliche Hinweise für all die, die eine originelle Liebesgeschichte verfassen möchten.




Liebesromane schreiben


Sie sehen sich, sie verlieben sich, sie bleiben für immer zusammen – natürlich sind Liebesromane mit Happy End etwas Schönes, doch so einfach ist das nicht. Verbotene Liebe, unerwiderte Liebe, Eifersucht, Trennung, Affären, Entscheidungen, Hürden, Hochzeiten, Kinder oder Liebe auf den ersten Blick sind nur einige der Themen, die in den Büchern über das schönste Gefühl der Welt behandelt werden. Nicht umsonst gibt es Tausende und Abertausende Liebesromane, und trotzdem sind noch längst nicht alle Geschichten erzählt. Wer den Blick durch sein Umfeld schweifen lässt, dem wird schnell klar: Schon hier finden sich die unterschiedlichsten Liebesgeschichten. Doch wie erzählt man eine Liebesgeschichte, die trotzdem etwas Originelles mit sich bringt und den Leser fesselt? Den schnellsten Weg zur Wolke 7 finden Sie mit unseren Tipps.



Ein Sub-Genre für den Liebesroman wählen – Liebesgeschichte ist nicht gleich Liebesgeschichte

TIPP 1

Wer eine romantische Abhandlung vor Augen hat, dem sollte   bewusst sein: Liebesgeschichte ist nicht gleich Liebesgeschichte. Man kann viele verschiedene Richtungen einschlagen, denn das Genre bietet einige Unterkategorien. Überlegen Sie sich zuerst, ob Sie einen realistischen oder einen fantastischen Liebesroman schreiben möchten. Der realistische Liebesroman handelt von mehr oder weniger wirklichkeitsnahen Charakteren und Inhalten. In fantastischen Liebesromanen können die Charaktere menschlicher oder fantastischer Natur sein, in der wirklichen oder einer erfundenen Welt leben. Häufig wird die Liebe zu einem übernatürlichen Wesen, wie einem Vampir, Superhelden, Zauberer oder Dämonen beschrieben. Welcher Teil des Fantasy-Liebesromanes übernatürlich ist, bleibt dem Autor überlassen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die zeitliche Einordnung der Handlung. Gegenwartsromane finden im Hier und Jetzt statt. Historische Liebesromane hingegen spielen zu vergangen Zeit, dabei ist womöglich einiges an Recherchearbeit notwendig, wenn die Inhalte mit den tatsächlichen Ereignissen und der Lebensweise dieser Zeit übereinstimmen sollen. Natürlich kann Ihr Liebesroman auch in der Zukunft spielen, hierbei sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt.


Eine Zielgruppe wählen – Welche Altersgruppe soll sich in meiner Liebesgeschichte wiederfinden?

TIPP 2

Je nachdem, welche Zielgruppe Ihr Liebesroman ansprechen soll, muss auch der Inhalt für diese Zielgruppe geeignet sein. Eine Liebesgeschichte über ein Paar in den Vierzigern würde beispielsweise wahrscheinlich keine Jugendlichen ansprechen. Die Leser wollen sich mit den Charakteren identifizieren, somit bietet es sich an, diese in der Alterstufe der geplanten Zielgruppe anzusiedeln. Dasselbe gilt auch für Handlungen. Ereignisse und Umgangsformen sollten dem Alter der Charaktere entsprechend dargestellt werden, sodass sich der Leser auch hier in das Geschehen einfinden kann. Überlegen Sie sich, wie Menschen in verschiedenen Positionen und Altersgruppen miteinander umgehen. Falls Sie sich entscheiden, Erotik in Ihren Liebesroman einfließen zu lassen, sollte auch diese Darstellung altersgerecht sein. Achten Sie auf die Stimmigkeit Ihrer Charaktere. Deren Verhalten, Probleme und Lebenseinstellungen sollten zu Vorgängen des tatsächlichen Lebens in der gewählten Lebensphase passen. Wer sich nicht festlegen möchte, kann auch einen „all age“ Roman schreiben. Eine zeitlose Liebesgeschichte, die Leser jeden Alters in ihren Bann zieht.



Charaktere erschaffen – Romanprotagonisten lebendig machen

TIPP 3

Schaffen Sie Ihre Hauptpersonen, als wären es lebendige Wesen. Geben Sie Ihnen nicht nur Namen, Alter und Aussehen, sondern überlegen Sie sich Hobbys, eine Lebensgeschichte, Talente oder Probleme. Ihre Protagonisten sind das Entscheidende, weshalb der Leser zum Liebesroman greift. Er möchte mit ihnen mitfühlen, sich wünschen, dass aus den beiden Hauptpersonen ein Paar wird, Leid und Freude teilen. Ein Charakter sollte interessant sein, damit man ihn begleiten möchte, im besten Fall sogar das Gefühl hat, ihn zu kennen. Wie wir Menschen im wahren Leben brauchen realistische Charaktere auch Fehler. Kleine Ticks und Eigenheiten machen einzigartig und können ganz neue Möglichkeiten für die Handlung eröffnen. Vielleicht ist Ihr Protagonist sehr unordentlich und verlegt deshalb die Telefonnummer seiner Traumfrau? Sehen Sie Menschlichkeit als Inspiration an, die Charaktere liebeswert zu gestalten.


Der Plot: Ereignisse, Konflikte und das Ende konzipieren

TIPP 4

Bei einer Liebesgeschichte steht nicht, wie vielleicht zuerst vermutet, das Zusammensein im Fokus. Eine Geschichte, bei dem sich zwei Menschen auf den ersten Blick verlieben und heiraten, ist zwar schön, fesselt den Leser jedoch nicht. Ein guter Liebesroman braucht einen Konflikt oder Distanz: eine Trennung, unerwiderte Liebe, Sabotage, jemanden, der die Liebenden auseinanderbringen will. Der Konflikt treibt die Handlung voran und motiviert den Leser, weiterzulesen, da er sich das Zusammenfinden der Hauptpersonen wünscht. Wer seinen Roman komplexer gestalten möchte, lässt seine Charaktere mit verschiedenen „Baustellen“ kämpfen. Neben dem Auf und Ab der Liebe treten Konflikte mit Freunden, Familie oder im Berufsleben auf, die die Spannung fördern. Damit ergeben sich viele Möglichkeiten, die Handlung auf unterschiedliche Weise verlaufen zu lassen. Gerade bei dem beliebten Genre Liebesroman erwartet niemand etwas noch nie Dagewesenes. Versuchen Sie dennoch, etwas Eigenes zu integrieren. Schöpfen Sie aus Ihrem eigenen Leben oder dem Ihres Umfelds. Ein Picknick im Park ist zwar typisch romantisch, wurde jedoch schon oft beschrieben. Kleine Details und die Verknüpfung der Ereignisse können Ihr „Picknick im Park“ trotzdem einzigartig machen. Ein mitreißender Schluss ist auch nicht zu unterschätzen. Schließlich geht es in den meisten Liebesgeschichten darum, ob die Verliebten am Ende zueinanderfinden und es ein Happy End gibt. Ein durchdachter Plot, interessante Charaktere und eine fesselnde Ausdrucksweise machen Liebesromane schon seit Jahrzehnten zum erfolgreichsten Genre der Buchwelt.


Emotionen – die wichtigste Würze eines guten Liebesromans

TIPP 5

Der geschaffenen Handlung soll nun Leben eingehaucht werden. Liebe ist schließlich das schönste Gefühl der Welt. Sie kann jedoch auch Wut, Trauer oder Enttäuschung hervorrufen. Seien Sie sich bewusst, dass der Leser genau das von einem Liebesroman erwartet: Emotionen! Er möchte mit den Charakteren mitfühlen und mit der Handlung mitfiebern. Für die Beschreibungen der Gefühle sollte ein abwechslungsreiches Repertoire an Adjektiven zu Rate gezogen werden, so dass Personen lebendig wirken und sich der Leser in die jeweilige Situation hineinversetzen kann. Schaffen Sie denkende, leidende, fühlende Charaktere und füllen Sie diese, bei Bedarf, auch durch Dialoge mit Leben. Auch die anderen Teile des Romans sollten den Fokus auf Emotionen beibehalten. Veranschaulichen Sie Handlungen und Handlungsorte mit Worten, vermitteln Sie, wie die Hauptpersonen über etwas denken. Bei einem realistischen Handlungskonzept sollten die Gefühle vielfältig sein, schließlich ist im wahren Leben auch niemand immer nur glücklich oder traurig. Steht ein Gefühl im Mittelpunkt, sollte es auf verschiedene Weise dargestellt werden. Beispielsweise kann ein Charakter, der Trauer fühlt, auch als bedrückt, bekümmert, betrübt oder freudlos beschrieben werden. Eine mitreißende Erzählweise ist schon die halbe Miete! 

 

 




Sind Sie bereit für Ihren Liebesroman?

Wir hoffen, dass Ihnen die Schreibtipps unserer erfahrenen Lektoren den entscheidenden Anstoß geben konnten. Greifen Sie zum Stift, Ihrer Schreibmaschine oder zu der Tastatur Ihres Computers und fangen Sie an. Die Welt wartet auf Ihren Liebesroman!