Frieling-Verlag Berlin

Bücher und Menschen

Schüler dichten!

Zum Jahreswechsel 2015/2016 veröffentlichte der Frieling-Verlag die Online-Plattform "Schüler dichten". Alle Gedichte, die von Schülern zur Teilnahme an unserem Lyrik-Wettbewerb 2016 eingereicht werden, können mit ihrem Einverständnis auf dieser Plattform erscheinen.

Allen teilnehmenden jungen Talenten gilt unser besonderer Dank. Den Besuchern dieser Seite wünschen wir viel Freude mit den lyrischen Werken unserer jüngsten Dichter. Möge diese Seite stetig wachsen und sich zu einem einzigartigen Poesiealbum entwickeln!

Getarnt als Erfahrung

Ich habe eine Frage an dich
und sie ist nicht lächerlich
ich meine es jetzt ernst und echt
und ich hoffe es ist dir recht 

Du hast eine Art an dir die mich interessiert
und gleichzeitig auch ein bisschen verwirrt
Ich möchte dich gerne so wie du bist
aber dabei dein tolles Aussehen nicht vergisst

Ich weiß nicht was mich an diesem beißt
sondern nur dass dein Wesen mich reizt
Ich will nicht direkt mit dir zusammenkommen
und vielleicht sind alle Ansichten zerronnen

Kennenlernen ist das einzige Ziel
es ist deine Entscheidung wie weit und viel
um das zu schreiben brauchte ich Mut 
doch das kann ich ohne andere Obhut sehr gut

Du sollst wissen ich bin nur außen grau
aber habe einen guten Eigenschaftsbau
Es ist deine Entscheidung ob es so passt 
Aber egal ich nehme es gefasst

Doch am Ende hab ich es gesehen 
Es wird nicht weitergehen 
und die Zeit der Liebe bleibt für mich stehen

Sven Oliver Hesse (18 Jahre)
BBS Landau

Generation Wer?

Generation Y, Generation Brainwash,
Generation nicht nur beziehungs-, sondern generell unfähig,
Generation bla bla bla
Das sind wohl wir.

Represent, Represent – alles, was wir spüren,
jedes Gefühl ist ein Geschenk.
Denn in dem Nebel der Unfähigkeit überhaupt noch etwas zu spüren,
verdient ein Like und mindestens drei neue Follower mehr.

Wir leben nur für andere, spielen uns selbst im eigenen Leben
und vermissen doch so sehr,
so übersehen wir das Gute und verlieren uns im dunklen Meer.

Zufriedenheit ist ein Fremdwort, denn wir wollen immer mehr,
mehr von dir und mehr von uns selbst.
So merkst du während des Laufens nicht,
dass du eigentlich nur noch fällst.

Lena Welte



Die Liebe, eine Hoffnung , ein Kampf


Mein Herz war immer bei dir.
Und nun sind wir hier.
Du blicktest mir einst in die Augen.
In dem Moment schien mich diese Liebe aufzusaugen.
Doch wir waren immer noch zwei.
Du beliebt und allseits frei.
Ich allein und nach deiner Liebe suchend.
Schon fast Leben verfluchend.
Doch dann nahmst du meine Hand in deine.
Und von da an war ich nie wieder alleine.

Celestine Okunmahie (16 Jahre)
Geschwister-Scholl-Gymnasium



Dieser Ort

Ich finde ihn nicht wieder, diesen Ort.
Denn du bist gegangen – fort.

Einst waren wir so eng verbunden,
rein gar nichts konnte sich zwischen uns stellen.
Wo ist die Liebe hin verschwunden,
die uns half, unsere Tage zu erhellen?
Bin ich auf meinem Weg falsch abgebogen,
in die falsche Richtung geflogen?
Dabei bist du wohl auf der Strecke geblieben,
ich habe ganz vergessen dich zu lieben.
Ich entsinne mich nicht, wo ich dich verlor, 
doch es kommt mir aussichtslos vor,
morgens ohne dich aufzuwachen,
abends einzuschlafen ohne dein Lachen,
dich nicht bei mir zu wissen
und schrecklichst zu vermissen.
Dich und all diese kleinen Sachen,
die das Leben erst wertvoll machen.

Was aber wäre, wenn ich zurückginge – an die Kreuzung,
es noch einmal versuche, mit einiger Verspätung?
Mich nicht länger quäle
und einen neuen Weg wähle?

Komm mit mir, lass uns zusammen abbiegen,
dann kann die Hoffnung endlich siegen.
Gemeinsam dort, an diesem Ort.


Hannah Ritschl (16 Jahre)



Die Schwere

Schwere liegt auf meinen Schultern.
Tränen rinnen über mein Gesicht.
Wo soll ich hin. Was soll ich machen.
Gefangen im immer gleichen Licht.

Schweremut an diesen Tagen,
wo die Zeit sehr langsam nur vergeht.
Leere Gesichter, keine Worte.
Feiern sollt ihr, dass ihr lebt.

Freudig zitternd, schwere Zeiten endlich um.
Ein Gedanke lässt mich leben, gibt mir Kraft,
lässt mein Herz höher schlagen,
trägt mich vorwärts.

Schönes Leben, 
geliebte Frau und Kind,
danach loht es sich zu streben.
Schwerelos geh ich geschwind.


Matthias Metten



Finsterworld

Der Tag ist finster wie die Nacht
Die Menschen leben aber keiner lacht
Die Welt – the world – war einst am Funkeln
Doch jetzt ist sie am Verdunkeln

Wo sind die Schneeglöckchen die den Frühling bringen
Oder die Kinder die ins Wasser springen
Wo sind die bunten Blätter die im Herbst am Boden liegen
Und auch die Schneeflocken im Winter sieht man nicht mehr fliegen

Jahreszeiten sind vergangen – die Hoffnung ist geblieben
Die Zahl der Toten aber leider gestiegen
So sucht die Menschheit einen Weg zurück ins Licht
und zeigt der Finsterworld Ihr wahres Gesicht

Clara Schönborn (16 Jahre)
Gymnasium Altona

 

Ein Extrem

Nicht zu beneiden,
sollte uns bemitleiden.
Nein! Auch dies wäre inkorrekt,
sollten dafür werden geneckt.

Mitleid unser Ziel,
treiben ewig dieses Spiel.
Niemand lässt es sein,
sind für immer Ein.

Hass, das größte der Gefühle,
keine Wärme in der Kühle,
einz’ge Hoffnung: die Liebe,
einer unsrer ältesten Triebe.

Sie kann alles besiegen,
leben kurz in Frieden.
Nur ein kleiner Schimmer,
doch Hoffnung reicht immer.

Dorothea Linow (15 Jahre)
Johann-Rist-Gymnasium


Plötzlich

Plötzlich verstand ich,
Warum sie so oft im
Sonnenuntergang tanzte;
Wie der Rauch lernte,
Die Röte durchzulassen.

Und ich verstand auf einmal,
Warum sie mich nie hörte, 
Sich erschrak, wenn ich sie
Berührte, um zu fragen,
Wo mein Bruder war.

Ihre Musik war so laut,
Dass die Wolken es regnen ließen,
Und selbst heute noch
Höre ich sie den
Donner auslachen.

Sarah Bongartz (16 Jahre)


 


Gib niemals auf

Lass die Hoffnung siegen,
über Kummer und Sorgen
ganz einfach hinwegfliegen.

Halt an deinen Zielen fest,
sieh’ nach vorn, nie zurück,
damit du Schlechtes hinter dir lässt.

Das Glück wird siegen,
wenn du nicht lässt
die Hoffnung wegfliegen.

Wenn du nur an dich glaubst,
wird alles gut
und es geht bergauf.

Habe nur den Mut,
zu kämpfen,
dann wird alles gut.

Sarah Neubauer (15 Jahre)
Drömlingschule


Wenn du gelernt hast

Wenn du gelernt hast
zu lachen und zu weinen
zu lieben und zu hassen
zu trauern und zu hoffen
zu tanzen zu singen
Wenn du gelernt hast
alles aufzugeben
alles zu bekommen
zu geben und zu nehmen
zu schenken
Wenn du gelernt hast
andere glücklich zu machen
ohne dich selbst je zu vergessen
Wenn du gelernt hast
worauf es in Wirklichkeit ankommt
ohne dass es dir jemand sagte
Wenn du gelernt hast
mit Kritik umzugehen
und den Glauben an dich selbst nie zu verlieren
Wenn du gelernt hast
was es heißt einen wahren Freund an deiner Seite zu haben
Dann
hast du gelernt zu leben.

Kristin Hubrich


Neuer Heimatosten

stummgefangen bin ich wieder
denn Dummheit hat aus Hass ein neues Bild
in fragiles Hoffnungsglas gekratzt
ein Bild aus Brand und Angst
ein Bild der Not unter Kunft 
das Bild eurer Nieendendenverfolgung

großäugig steh ich schon wieder 
da wo
andere ihre Lider schließen weil sie denken 
Ignorieren verhindert dass Ängstler ihr Bewusstsein fluten
aber meinen neuen Heimatosten haben sie schon
ertränkt in den Wellen ihrer kahlen Köpfe

kaltbaden mich die Sätze immer
die ihr schreit und schreit und schreit
denn wärt ihr leise würden sich in euch Gedanken formen
die bemerken müssten
dass ihr euch auf die Falschen lastet 

warmherzig wird mir wenn ich dir die Hand gebe 
und dir
und all denen die verstehen
dass WIR nur ein Ort voller Synapsen sind 
der nicht rosadenkt wenn er offen für die ist
die offenheitsuchen

Amanda Lasker-Berlin


 

Sieg der Hoffnung

Vor Krieg sind Menschen weggerannt.
Flüchtlinge werden sie genannt.

Hoffnungslos ist ihre Lage,
Bomben und Terror die größte Plage.

Sie flohen aus ihrer Heimat, ihren Häusern,
fielen in der Not in die Hände von Schleusern.

Überquerten Ozeane in maroden Booten,
das Meer verschlang und begrub ihre Toten.

Die, die es schafften bis zum Strand,
hofften auf ein friedliches Land.

Wurden sie empfangen mit offenem Herz,
linderte das ihren Seelenschmerz.

Und wenn man sich in Sicherheit fühlt,
dann hat die Hoffnung doch gesiegt.

Jürgen Weimann

 


 


Sieg der Hoffnung

Der Himmel, er neigt sich zu Grunde
Die seelisch tief klaffenden Schlunde
Und Schmerzen vollenden den Bunde
Die Zeit steht still

Die Wogen erzittern am hellblassen Strand
Fassaden gekleidet in strahlendes Gewand
Doch die seelische Psyche verliert den Verstand
Und die Zeit steht still

Der Wille, er hockt auf den Knien
Hat gerufen doch ist keiner erschienen
Übrig bleiben Ruinen
Und die Zeit steht still

Ein Ruck durchgleitet die Trauerflut
Im Inneren des Körpers erleuchtet die Glut
Aus Verzweiflung und Trauer wird Hoffnung und Mut
Und die Zeit beginnt zu zerrinnen

Der innere Zustand der Trauer stieg
Auf Verzweiflung folgte die Selbstkritik
Und doch erzielte die Hoffnung den Sieg
Und das Leben geht weiter

Ira Ellsiepen (17 Jahre)


It's kinda funny
It's kinda sad
but I feel so free
even though I'm almost dead

Life became a mystery
from which I couldn't flee
I tried to take another way
but death sang to me
a bittersweet melody

Slowly getting caught
by the darkness of my thouhts
Is there an end
in this lifeless labyrinth?

I tried to die
without a life
I tried to jump
without knowing how to fly

And in the end
I fell
no chains
and no more pain
Just a way
feeling right
leading me deep down
to Wonderland

Alice Winchester (16 Jahre)


Festgefahrene Denkgewohnheiten?

Mit seinem Denken
kommt er nicht vom Fleck,
gedankliche Anhaftungen
verengen seinen
geistigen Horizont.
Egal, wie sehr er sich bemüht,
mit dieser Geisteshaltung
ist und bleibt er
ein Kleingeist,
dem das Tor zu
tiefgründigen Erkenntnissen
verschlossen bleibt.
Doch die Hoffnung
auf ein gedankliches
Ausscheren und ein
mentales Hinauswachsen
über sich selbst
sollte nie aufgegeben werden.


Ingrid Baumgart-Fütterer



Meine Schule

Die GISSV ist toll,
Manche Klassen sind schon voll.
Es gibt viele Kinder,
Manchmal sind sie kleine Erfinder.
Alle Kinder haben einen Namen,
Ihre Fotos hängen in Bilderrahmen.
Sie malen schön,
Manchmal machen sie Kunst mit einem Föhn.

Es gibt viele Lehrer,
Eine heißt Frau Scherer.
Meine Deutschlehrerin aber
Ist Frau Graber.
An Nikolaus bekommt man ein Geschenk
Von meiner Klassenlehrerin Frau Wenk.
Manchmal haben die Schüler keinen Bock,
Dann hilft ihnen Frau Hardock.

Frau Genz unterrichtet uns in IT,
Das würde ich sonst kapieren nie.
Herr Fischer jagt uns herum in Sport,
Trotzdem laufen wir nicht fort.
In Erdkunde bei Frau Saiterbauer
erklärt sie uns den Regenschauer.
Bei Frau Rahnema in Bio,
Kennt ihr schon den neusten Film von Rio?

Frau Rödig unterrichtet uns in Musik,
Und im nächsten Jahr – wie schön – haben wir Physik.
Ich hoffe es wird ein schönes Jahr,
Das wird es, das ist doch klar.

Freya Höynck (10 Jahre)
German International School of Silicon Valley


fassaden

währenddessen ein orkan 
steine wirft, 
strahlen rote backen 
inmitten der gesichter, 
bunte städte und menschen 
mit graffiti 
an die wände 
gesprayt, 
alles atmet auf, 
in jeder form, 
und wer ein phänomen 
erblickt, der ist erstaunt, 
ich versuche das 
gewicht der 
unsicherheit 
brechen zu lassen, 
und atme weiter.

Brigitte Zimmeck

 


 

 


Denken

Manchmal denkt man Sachen,ohne zu denken, was man denkt. Was man wohl alles machtoder kann?Man kann über das denken,was man macht oder tut;man kann viel über alles denken,denk ich?Ich denke, man kann nie zu Ende denken.Wie wär es wohl ohne Denken?Undenkbar, oder?

Natalie Wendt (11 Jahre)
Grundschule am Hohen Feld, Berlin

Sehnsucht


Jetzt steh ich hier vor deiner letzten Ruhestatt,
lagst lange Zeit auf deinem Krankenlager,
warst ruhig, still und kränkelnd matt,
hast lange Zeit gekämpft mit einem Löwenherzen,
doch wenn der Herr seine Schäfchen ruft,
kann man nichts dagegen tun.
Jetzt steh ich hier vor deiner letzten Ruhestatt,
bete, hoffe, dass der Ort, wohin du gehst,
ein besserer sein wird – ohne Schmerz und Leid.
Wissenschaftler sagen: Man ist nicht tot,
man ist nur elektroenzephalographisch herausgefordert.
Ein schwacher Trost für jene,
die den liebsten Menschen verlieren.
Jetzt steh ich hier vor deiner letzten Ruhestatt,
muss „Auf Wiedersehen“ dir nun sagen,
muss von Trauergästen Händeschütteln und Beileid ertragen,
habe niemanden, der eine starke Schulter für mich hat.
Alles sieht so grau, so farblos ohne dich aus.
Schmerz soll vorübergehen, die Zeit heilt alle Wunden,
aber diese sind zu tief gerissen, als das dies stimmte.
Aber ich weiß: Irgendwann sehen wir uns wieder.
Ob im Nirwana oder vor Gottes Angesicht,
ob im Himmel in der Weite der Ewigkeit,
all das ist egal, denn ich kann hoffen, beten.
Und ich weiß: Tod kann meine Liebe zu dir nicht töten.
Irgendwann sehen wir uns wieder.
Jetzt steh ich hier vor deiner letzten Ruhestatt – 
mit einem Lächeln.

Jojo (16 Jahre)